Prozess gegen Williamson wird neu aufgerollt
Nachrichten Franken, 22. Februar 2012, 14.52 Uhr | Kommentar schreibenDer Prozess gegen den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson muss wegen Verfahrensmängeln neu aufgerollt werden. Das entschied das Oberlandesgericht Nürnberg am Mittwoch in einem Revisionsverfahren.
Das OLG begründete seine Entscheidung damit, dass das Amtsgericht Regensburg bereits in seinem Strafbefehl nicht erläutert habe, in welcher Weise und wo genau in Deutschland das umstrittene Interview des Bischofs veröffentlicht worden sei. Der Geistliche hatte 2008 in einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender den Massenmord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten. Er war dafür zu einer Geldstrafe von 6500 Euro verurteilt worden.
Für Schlagzeilen sorgte Anfang 2009 Papst Benedikt XVI. Er hatte damals die Exkommunikation von vier Bischöfen der erzkonservativen Piusbruderschaft, darunter auch die von Williamson, ausgesetzt. Das sorgte weltweit für Kritik und Unverständnis. Hinterher räumte der Papst ein, von der Holocaust-Leugnung nichts gewusst zu haben, obwohl der schwedische Bischof Anders Arborelius einräumte, den Vatikan schon im November 2008 über Williamsons Tat informiert zu haben. (dk/dpa)





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