Das Gegenteil von “gut”, ist “gut gemeint”

Tagebuch, 6. August  2013, 11.19 Uhr | Kommentar schreiben (3)
Ein Schnitzel

Symbolfoto: Peter Smola, pixelio.de

Ein Schnitzel

Da ging gestern ein Aufschrei durch Schnitzel-Deutschland! Die “Bild” titelte zum Wahlkampfauftakt der CDU “Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!” und ein Sturm von Entrüstung brach los. Dass das Ganze ein ganz alter Hut war und vor allem völlig falsch, interessierte viele in ihrem Fleischwahn nicht. 

Die Deutschen essen pro Kopf und Jahr 60 Kilogramm Fleisch. Zu viel, sagen die Grünen und wollen mit einem sogenannten “Veggie-Day” in öffentlichen Kantinen die Menschen dafür sensibilisieren, sich Gedanken über ihre Ernährung und ihren Fleischkonsum zu machen. Ob da der erhobene Zeigefinger die richtige Methode sei, ist natürlich fraglich. Und das auch noch mitten in der Grillsaison!

Im Netz brach ein wahrer Shitstorm auf die Grünen los. Sie wurden als Verbotspartei gebrandmarkt und Renate Künast als Hitlers Tochter beschimpft. Manche forderten gar einen “Meat-Day” als Ausgleich. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle ruft sogar das Ende der liberalen Republik aus. Das wirkt alles ziemlich lächerlich. Zumal niemand mit vorgehaltener Waffe zu einem Spinatauflauf gezwungen wird.

Dennoch: Es ist in Zeiten von Massentierhaltung und Billigfleisch wichtig diese Diskussion zu führen. Ich selbst bin kein Vegetarier. Ich esse gerne Fleisch und habe mir bisher keine großen Gedanken gemacht, wo meine Leberkässemmel herkommt. In den rund 50 Siemens-Kantinen gibt es einmal im Monat einen so genannten “Terra-Day” bei dem sage und schreibe 4.000 Kilogramm Fleisch eingespart werden. Laut Unternehmen sind das ganze dreizehn Tonnen CO 2 (!!). So weit so gut, ein erster Schritt. Aber das muss auch in unseren Köpfen ankommen. So etwas funktioniert nicht mit Verboten, sondern nur mit der richtigen Einstellung.

Guten Appetit wünscht

Daniel Kroha

Online-Redakteur

 

3 Kommentare

  1. Mustafa sagt:

    “Aber das muss auch in unseren Köpfen ankommen. So etwas funktioniert nicht mit Verboten, sondern nur mit der richtigen Einstellung.” Wer sprach denn von Verboten? Und ja, eine “richtige Einstellung”, welche ist das? Und wer entscheidet, was richtig und falsch ist? Ja, jeder selbst. Und das kann er oder sie, wenn das eigene Verhalten reflektiert wird, und das geschieht durch den von den Grünen angeregten Diskurs. Im Übrigen ist es kein Problem Fleisch zu essen, solang man sich der Herkunft und der Qualität im Klaren ist und sich bzgl dessen nicht der Völlerei “schuldig” macht.

  2. Siegfried Natterer sagt:

    Mein Vorschlag: Plakate von Claudia Roth, Renate Künast und Rainer Brüderle als Appetitzügler in Kantinen aufhängen.
    Das reduziert nicht nur den Fleischkonsum, sondern überdies die Kalorienaufnahme.

  3. dieterstrom sagt:

    Ja das wollen sie….. Wenn schon nichts klappt, dann zumindest so eine Schlagzeile. Jetzt wird über die Grünen geredet.