Lufthansa-Streik – wenig Fluggäste am Münchner Flughafen

Nachrichten Deutschland, 2. Dezember  2014, 13.43 Uhr | Kommentare deaktiviert
Lufthansa A340

Symbolfoto: http://www.flickr.com/photos/bribri/ [CC-BY-SA-2.0], Wikimedia Commons

Lufthansa A340

Lufthansa-Passagiere stehen auch am Dienstag vor einer Geduldsprobe. Der Piloten-Streik bringt auch in München erneut Flugausfälle. Zehntausende Fluggäste mussten umplanen.

Die Piloten der Lufthansa haben ihren Streik am Dienstag auf Langstreckenverbindungen ausgedehnt. Am Münchner Flughafen fielen die Hälfte der etwa 1000 geplanten Starts und Landungen aus, die während der Arbeitsniederlegung von Montagmittag bis Dienstag um Mitternacht geplant waren. Rund 50 000 Passagiere waren laut Lufthansa am zweitgrößten deutschen Airport betroffen.

Von insgesamt 20 geplanten Langstrecken-Abflügen in München am Dienstag wurden nach den Worten einer Lufthansa-Sprecherin elf gestrichen. Von den übrigen neun sollten zwei für den Abend geplante Flüge nach Sao Paulo und Hongkong erst am Mittwochmorgen abheben. Eine gerade neu geschaffene Verbindung von München nach Miami hatte aber am Montagmittag trotz Streiks ihre Premiere – der Flieger konnte planmäßig starten.

In Nürnberg waren am Montag rund zehn Flüge ausgefallen, am Dienstag wurden 14 Starts und Landungen gestrichen: fünf Flüge jeweils von und nach Frankfurt/Main sowie zwei von und nach München.

Am Münchner Flughafen herrschte ungewohnte Ruhe. Die meisten betroffenen Passagiere kamen gar nicht erst zum Airport. “Es ist sehr ruhig”, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. “Die Passagiere wussten es. Sie sind informiert und konnten sich darauf einstellen.” Nur einige strandeten am Airport. “Wir haben 260 Zimmer bezahlt für Passagiere, die am Montag nicht weitergekommen sind.”

Bei innerdeutschen Flügen können die Fluggäste auf die Bahn umsteigen, ansonsten können sie auf den nächstmöglichen Flug umbuchen. Rund 150 000 Passagiere waren insgesamt von dem Streik betroffen.

Hintergrund des Streiks ist ein Streit der Pilotengewerkschaft Cockpit mit der Lufthansa vor allem um die Übergangsrenten für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass sie künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen. Sie hatten die neuen Streiks nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen in der Nacht zum Samstag angekündigt. (dpa/lby)

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