Umfrage sieht CSU bei 40 Prozent

Nachrichten Bayern, 11. Januar  2018, 8.24 Uhr | Kommentare deaktiviert
Der bayerische Finanzminister und Spitzenkandidat der CSU, Markus Söder.

Foto: N. Armer/Archiv/dpa

Der bayerische Finanzminister und Spitzenkandidat der CSU, Markus Söder.

Maue Werte für die CSU, Horst Seehofer im Minus, Markus Söder mit meist positiven Zahlen: Der neue “Bayerntrend” beschreibt die Stimmung in Bayern zu Beginn des Landtagswahljahres.

Ein Dreivierteljahr vor der Landtagswahl in Bayern kommt die CSU einer Umfrage zufolge nicht über die 40-Prozent-Marke hinaus. Genau auf diesem Wert landen die Christsozialen im sogenannten “Bayerntrend” des BR-Politikmagazins “Kontrovers”, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Wäre am Sonntag Landtagswahl, würde die SPD demnach 16 Prozent erreichen. Die Grünen sind den Sozialdemokraten dicht auf den Fersen und könnten mit 14 Prozent rechnen, die AfD mit 10 und die Freien Wähler mit 7 Prozent. Die FDP müsste mit 5 Prozent um den Einzug in den Landtag zittern.

Die CSU liegt damit zwar wieder über ihrem Tiefststand, den sie mit 37 Prozent zum Höhepunkt ihres Führungsstreits im November hatte hinnehmen müssen. Im “Bayerntrend”, der meist einmal im Jahr erhoben wird, bedeuten die 40 Prozent dagegen den tiefsten Wert seit 1998.

Eine Fortsetzung der CSU-Alleinregierung bewerten laut Umfrage 38 Prozent der Bayern positiv. Bessere Bewertungen bekommen diverse Koalitionsmodelle: An der Spitze liegt ein schwarz-grünes Regierungsbündnis (46 Prozent) – vor der Landtagswahl 2013 war ein solches Modell nur bei 32 Prozent der Bayern auf Zustimmung gestoßen. Hinter Schwarz-Grün folgen eng hintereinander folgende Koalitionen: CSU/SPD (41 Prozent), CSU/Freie Wähler (40) und CSU/FDP (38). Unter CSU-Anhängern hat demnach neben der Fortsetzung der Alleinregierung (71 Prozent) ein Bündnis mit der FDP die größte Zustimmung (55).

Die persönlichen Umfragewerte für Markus Söder, der Horst Seehofer in den nächsten Monaten als bayerischer Ministerpräsident ablösen soll, fallen überwiegend positiv aus: 59 Prozent der Bayern rechnen damit, dass der CSU-Politiker einen guten Ministerpräsidenten abgeben wird, 31 Prozent haben Zweifel. 75 Prozent der Bayern attestieren dem Franken der Umfrage zufolge Führungsstärke, 74 Prozent glauben, dass Söder zum Bundesland Bayern passt. 61 Prozent der Befragten bescheinigen ihm Bürgernähe und 58 Prozent Glaubwürdigkeit. Doch nur gut die Hälfte (53 Prozent) hält Söder für sympathisch. Und 71 Prozent gaben an, dass Söder mit seinen Positionen polarisiere.

Söder sagte zu der Umfrage, die CSU habe sich “leicht stabilisiert”. “Aber es ist noch ein weiter Weg.” Seine persönlichen Werte freuten ihn und seien “ein gutes Fundament zum Start der neuen Aufgabe”. Der bayerische SPD-Generalsekretär Uli Grötsch sagte: “Die Umfrage weist in die richtige Richtung, wir bleiben aber realistisch: Es liegt viel Arbeit vor uns. Der Landtagswahlkampf hat noch nicht begonnen.” Die Grünen-Landesvorsitzenden Sigi Hagl und Eike Hallitzky sagten, man wolle “noch eine Schippe drauf packen, denn wir sind der festen Überzeugung: Da geht was. Das Rennen um Platz 2 ist offen.” (dpa/lby)