A “fränggischer Dreggsagg” zum Frühstück

Tagebuch, 20. Mai  2018, 11.00 Uhr | Kommentare deaktiviert
FS_Michl_Müller_2018

Foto: Josef Fenzl | Ramasuri

Hallo liebes Tagebuch,

nachdem Frühschoppen-Moderator Jürgen Meyer extra – vergeblich – bei mehreren Bäckereien angefragt hatte, ob sie denn einen “fränggischen Dreggsagg” im Sortiment hätten, machte er sich anschließend eigentlich keine großen Sorgen, ob sein traditionelles Weißwurstfrühstück bei seinem heutigen Gast gut ankommt. Da der nämlich – so Jürgens Gedankengang – recht gut mit Norbert Neugirg, dem “Kommandanten” der “Altneihauser Feierwehrkapell’n”, bekannt ist und ihn daher vielleicht schon das eine oder andere Mal am Zoigl besucht hat, dürfte er mit der deftig bayerischen und auch Oberpfälzer Küche durchaus vertraut sein. Und mal wieder sollte er Recht behalten: Dem gebürtigen Unterfranken mundeten Jürgens kulinarische Ergüsse bestens  – auch, wenn er vor lauter Plappern tatsächlich kaum zum Essen kam. Und auch unser Moderator musste aufpassen, dass ihm vor Lachen nicht der Bissen im Halse stecken blieb. Heute beehrte uns nämlich der Kabarettist Michl Müller – und die ganze Redaktion lachte Tränen!

Der “fränggische Dreggsagg” wurde 1982 im Alter von 10 Jahren unter der Hilfe seiner ganzen Familie im unterfränkischen Bad Kissingen geboren und sah eigentlich schon damals so aus wie heute. So skizziert Michl Müller selbst die Umstände seiner Geburt. Nach seiner schulischen Ausbildung erlernte er dann zunächst den Beruf des Werkzeugmechanikers und arbeitete als Härter in einer Schweinfurter Fabrik. Da hielt es ihn jedoch nicht lange, denn schon zu der Zeit startete er seine nebenberufliche Karriere als Kabarettist. Ihre Anfänge nahm die mit Auftritten in seinem heimatlichen Faschingsclub BTC Garitz. 1997 entstand dann sein erstes eigenes Kabarett-Programm “So isses halt!”, bereits ein Jahr später lockte er damit jeweils 200 Besucher zu drei Auftritten ins Garitzer Gasthaus “Krone”. A star was born!

Seither füllt Michl Müller in ganz Deutschland landauf, landab riesige Hallen. Als richtiggehender “Hochleistungskabarettist” präsentierte er – wohlgemerkt stets in fränkischem Dialekt, was seiner mangelnden Kenntnis des Hochdeutschen geschuldet ist, wie er lachend zugibt – in mittlerweile 20 Jahren Bühnenerfahrung ganze 16 eigene Programme. Denn es ist ihm wichtig, betont er, seinen Zuschauern immer wieder etwas Neues zu bieten und nicht – wie so manch andere Comedians – drei Jahre lang mit demselben Programm auf Tour zu sein. Zudem habe er einfach viel zu viel zu erzählen über alles, was er tagtäglich so sieht und hört. Und somit erübrigt sich dann auch die Frage, woher er die Inspirationen für seine Programme nimmt – schlicht aus seinem Alltag und seiner Umwelt. Während andere zum Psychiater gehen und viel Geld bezahlen, um all das zu verarbeiten, geht er auf die Bühne und erzählt der Welt davon, fasst er sein täglich Brot zusammen. Und dass er wirklich viel zu erzählen hat, wird umso deutlicher, wenn man sich einmal die spektakuläre Zahl von 160 Auftritten, die der Franke jährlich absolviert, vor Augen führt!

Neben seinen Live-Bühnen-Auftritten ist Michl Müller aber auch als Kolumnist in den Kissinger Lokalseiten der Main-Post (die Kolumne trug den wohlklingenden Titel “Also glebbsdes”), als Fernseh-Moderator und auch als kabarettistischer Kolumnist bei diversen Radiosendern in Erscheinung getreten. Seit 2015 hat er sogar seine eigene TV-Sendung “Drei. Zwo. Eins. Michl Müller.” Ein ganz besonderes Highlight in Müllers Vita und Karriere dürften jedoch seine regelmäßigen Auftritte in einem ganz besonderen Format darstellen: Seit 2007 gehört der Unterfranke zum festen Repertoire der “Fastnacht in Franken”, wo er in wechselnden Auftritten stets als Abschluss des Abends den Höhepunkt desselben markiert.

Solange Angela Merkel mit ihm keine Kochkäswanderung durch die fränkische Rhön unternimmt, wird er auch weiterhin als Kabarettist quer durch Deutschlang tingeln, kündigt Michl Müller an (oder will er Jürgen damit drohen?). Und so ist er auch aktuell mit seinem 16. Live-Programm auf Tour. In “Müller … nicht Shakespeare!” nimmt der “Dreggsagg” in gewohnt lebensnaher und authentischer Manier Aktuelles aus Politik und Gesellschaft aufs Korn. Dabei erwarten die Zuschauer natürlich auch wie immer die selbstgeschriebenen Songs des Kabarettisten, die sich über alle Genres von Marschmusik über Schlager und Rumba bis hin zum Rap erstrecken. Wenn Sie also jetzt neugierig geworden sind: Am Freitag, 01. Juni 2018, macht der Hochleistungskabarettist Halt in der Weidener Mehrzweckhalle. Den Link zu den Tickets sowie natürlich noch weitere Informationen zu Michl Müller finden Sie auf seiner Homepage. Und auch auf Facebook ist er sehr aktiv und versorgt seine Fans stets mit aktuellen Bildern, Videos und Terminen.

Wir danken dem “fränggischen Dreggsagg” für einen sehr unterhaltsamen Frühschoppen, in dem wir alle mal wieder voll und ganz auf unsere Kosten gekommen sind und unsere Bauchmuskeln trainiert haben! Jürgen Meyer ist jedenfalls ganz schön ins Schwitzen gekommen und musste danach erst mal ordentlich durchschnaufen und frische Luft ins Studio lassen…

Bis nächste Woche!

Deine Dagi