Käpt’n Mola lichtet den Anker

Tagebuch, 8. Juli  2018, 11.00 Uhr | Kommentare deaktiviert
Mola Adebisi und Jürgen Meyer

Foto: Corinna Ducheck

Mola Adebisi und Jürgen Meyer

Liebes Tagebuch,

mit seinem heutigen Gast hat Frühschoppen-Moderator Jürgen Meyer tatsächlich so einiges gemeinsam. Denn die beiden, die übrigens ungefähr im selben Alter sind, gelten in ihrem jeweiligen Metier als wahre Urgesteine und zähl(t)en in ihrem Hause beinahe schon zum Inventar. Dies gilt im Falle unseres Jürgens natürlich für seinen Ramasuri-Frühschoppen, bei seinem Gast ist es der Musiksender VIVA – ebender Sender, der erst kürzlich sein Aus bekanntgab. Doch lange bevor es so weit kam, ging er von Stunde Null an mit VIVA auf Sendung: Mola Adebisi!

Mola, mit vollständigem Namen Ademola Oluwatosin Adebisi, wurde im Februar 1973 im niedersächsischen Uelzen geboren. Trotz seiner nigerianischen Abstammung und des Geburtsorts weit nördlich des Weißwurstäquators griff er jedoch bei Jürgens traditionellem Weißwurstfrühstück beherzt zu und plauderte, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, munter drauf los. So erfuhr Jürgen, dass Mola nach der frühen Trennung seiner Eltern mit seinen Geschwistern nur bei seiner Mutter in Solingen aufwuchs, wo er die Realschule und später das Berufskolleg besuchte. Bereits in seiner Jugend entdeckte er gleich zwei Talente, die in ihm schlummerten: zum einen das musikalische, zum anderen das tänzerische. Denn als Mitglied in mehreren Sportvereinen – unter anderem American Football und Breakdance – entdeckte er auch den Jazz- und Hip-Hop-Dance für sich. Mit 17 Jahren tanzte er zusammen mit Daniel Aminati in der Dancefloor-Formation “Bass Bumpers”. Nebenbei begann er bereits im zarten Alter von 14 Jahren zu rappen. Ab 1993 gehörte er dann als Gastrapper der Band “4 Reeves” an und veröffentlichte zusammen mit ihnen die Single “Karibou”. Durch eine Begegnung mit dem Star-Choreografen Marvin A. Smith bekam er sein erstes professionelles Tanzengagement am Düsseldorfer Schauspielhaus in der Rolle des Pepe im Musical West Side Story. Währenddessen bewarb sich Mola bei einem Casting von VIVA.

Und diese Bewerbung war der Wendepunkt in Molas Leben. Denn von nun an gehörte er dem Sender – dem er selbst übrigens kurioserweise nicht mehr als ein Jahr gab – als einer der am längsten aktiven und ältesten Moderatoren ganze 11 Jahre lang an, moderierte in der Zeit die Live-Show “Interaktiv” und die VIVA-Chartsendungen. “Interaktiv”, sagt Mola, sei das Pendant zu den heutigen sozialen Netzwerken, Twitter, Instagram & Co. gewesen, denn pünktlich um 15 Uhr musste man vor dem Fernseher sitzen, um am nächsten Morgen auf dem Schulhof oder in der Uni mitreden zu können. In seiner langen Zeit bei VIVA erarbeitete er sich den Spitznamen “Käpt’n Mola”. Als er 2004 VIVA den Rücken kehrte, war der Sender jedoch noch lange kein sinkendes Schiff – ein solches muss ein Kapitän schließlich als letzter verlassen. Überhaupt, verrät Mola beim gemeinsamen Frühstück, lebe VIVA für ihn immer noch weiter, auch wenn der Sender nach 25 Jahren Sendezeit nicht mehr über die deutschen Fernsehbildschirme flimmern wird.

Während seiner langen Zeit als VIVA-Moderator hatte Mola übrigens noch zahlreiche andere heiße Eisen im Feuer. So trieb er auch seine Musikkarriere weiter voran und veröffentlichte 1996 und 1997 drei Solo-Singles, mit denen er sogar in den Charts landete. Zwischen 2001 und 2006 moderierte er verschiedene Formate für RTL 2 und DSF, spielte außerdem in mehreren Fernsehfilmen und -serien der ARD mit und machte sich als Synchronsprecher u.a. in Filmen wie “Ali G in da House” oder “Große Haie – Kleine Fische” verdient. 2005 gründete er zudem zusammen mit Schauspieler Mischa Filé die Fernsehproduktionsfirma Molali, die jedoch bereits zwei Jahre später Insolvenz anmeldete.

Doch damit nicht genug: Unter dem Label „MOLALΓ brachte Mola sogar eine eigene Unterwäschekollektion heraus! Und auch als Amateur-Rennfahrer machte er sich einen Namen. 2001 wurde er zusammen mit u. a. Smudo beim 24-Stunden-Rennen Zweiter in der Klasse von insgesamt neun Fahrzeugen. Nach einem Motorradunfall, bei dem er 2002 schwer verletzt wurde, startete Mola 2008 schließlich erneut bei mehreren Rennen auf dem Nürburgring.

Nachdem Mola 2014 im RTL-Dschungel-Camp den achten Platz belegte, machte er in letzter Zeit mit eher unschönen Schlagzeilen von sich reden. So wurden 2015 eine saftige Geldstrafe und ein viermonatiges Fahrverbot gegen Mola verhängt – der Grund: dreimal Fahren ohne Fahrerlaubnis und mit überhöhter Geschwindigkeit. Kürzlich fand er sich dann erneut vor Gericht wieder, diesmal mit einer ehemaligen Freundin, der er Geld geliehen hatte, welches diese dann nicht mehr zurückzahlen wollte. Das Landgericht gab jedoch Mola Recht. Letztes Jahr trennte Mola sich dann zudem von seiner Freundin, mit der er zwei Jahre zusammen gewesen war – jedoch im Guten und ohne Schlammschlacht. Heute lebt Mola wieder in Solingen, wo er sich als DJ auf 90er-Jahre-Retroprogramme spezialisiert hat. Damit zieht er auch durch sämtliche Clubs quer durch Deutschland. Mit einem Bachelor-Abschluss in BWL, den er 2004 an der Uni Düsseldorf erwarb, ist er zudem bisweilen als Investmentberater tätig. Wo ihn seine Reise weiterhin führen wird, ist ungewiss – die Anker jedenfalls sind gelichtet!

Wie es um Mola Adebisi weitergeht, das können Sie jederzeit im Internet verfolgen, denn auf Facebook, Twitter und Instagram ist er sehr aktiv. Mit aktuellen Veranstaltungsinfos und Fotos hält er seine Fans da stets am Laufenden. Wir danken Mola für ein sehr unkompliziertes, lustiges und sympathisches Gespräch bei einem deftig-leckeren Frühstück! Und wir sind sehr froh, dass Jürgen nicht auch so einen Rückblick auf seine Vergangenheit bei Ramasuri werfen muss, sondern dass uns da noch einiges bevorsteht!

Aber eins nach dem anderen – also erst mal bis nächste Woche!

Deine Dagi