Vermisste 17-Jährige tot in Flüchtlingsunterkunft gefunden

Nachrichten Deutschland, 3. Dezember  2018, 7.59 Uhr | Kommentare deaktiviert
Die Eltern hatten die Teenagerin am Freitagmittag als vermisst gemeldet.

Foto: Thomas Kraus / dpa

Die Eltern hatten die Teenagerin am Freitagmittag als vermisst gemeldet.

Mit einem Großaufgebot suchen Einsatzkräfte im Rheinland nach einer vermissten 17-Jährigen – und finden schließlich ihre Leiche. Ein Tatverdächtiger wird festgenommen. Es besteht Mordverdacht. Der junge Mann und das Opfer sollen sich gekannt haben.

Nach dem Fund einer Mädchenleiche in Sankt Augustin schließt die Polizei eine Beziehungstat nicht aus.

Die getötete 17-Jährige aus Rheinland-Pfalz habe vor ihrem Tod einen zwei Jahre älteren Mann in einer städtischen Unterkunft besucht, in der neben Flüchtlingen auch Obdachlose untergebracht werden, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Auf die Spur des festgenommenen Tatverdächtigen seien die Ermittler über soziale Netzwerke und über verschickte Kurznachrichten gekommen.

Der festgenommene 19-Jährige habe neben der deutschen auch die kenianische Staatsangehörigkeit, teilte die Polizei in Bonn mit. Fahnder hätten den jungen Mann am Sonntagabend in der kommunalen Unterkunft in Sankt Augustin angetroffen. Die Jugendliche soll den 19-Jährigen gekannt haben.

Zuvor hatte die Polizei angeben, die Leiche sei in einer Flüchtlingsunterkunft gefunden worden.

Die Leiche des von seinen Eltern vermissten Mädchens aus dem rheinland-pfälzischen Unkel war am Sonntagabend gefunden worden. Eine Mordkommission hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Ihre Eltern hatten die Teenagerin am Freitagmittag als vermisst gemeldet. Einem WDR-Bericht zufolge hatte sie eine Freundin besuchen wollen, kam dort aber nie an. Per Handy habe sich das Mädchen in den zwei Tagen nach seinem Verschwinden mehrmals bei Bekannten gemeldet, hieß es unter Berufung auf die Polizei.

Mindestens 150 Polizisten und Feuerwehrleute nahmen die Suche nach ihr auf. Die Einsatzkräfte suchten mit zehn Tauchern in einem See, mit einem Hubschrauber der Bundespolizei und ließen eine Drohne mit Wärmebildkamera aufsteigen. Das Technische Hilfswerk leuchtete den See im Stadtteil Meindorf und dessen Ufer aus. Auch eine Hundestaffel war beteiligt.

Einsatzkräfte fanden die Tote um etwa 20.00 Uhr im benachbarten Stadtteil Menden. Sie waren Hinweisen von Spaziergängern nachgegangen, die am Nachmittag die Kleider und die Handtasche des Mädchens neben dem Sieglarer See gesehen hatten.

Das Heim liegt am Rande eines bei Nacht kaum beleuchteten Gewerbegebiets neben einer Bahntrasse. Nach dem Einsatz der Spurensicherung wurde die Leiche des Mädchens am frühen Morgen aus der Unterkunft in einen Bestattungswagen gebracht.

Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr, die mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz war, betreuten Notfallseelsorger Angehörige des Opfers. Auch der Bürgermeister der Stadt, Klaus Schumacher, machte sich vor Ort ein Bild der Lage. (dpa)