Tourismustag zur Wirtshauskultur: Kritik an Bürokratie

Nachrichten Bayern, 3. Dezember  2018, 14.28 Uhr | Kommentare deaktiviert
Zwei Personen stoßen mit zwei Bierkrügen an.

Symbolfoto: Sven Hoppe/Archiv/dpa

Zwei Personen stoßen mit zwei Bierkrügen an.

Zu viele Verordnungen in der Gastronomie – das hält nach Ansicht von Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer junge Menschen davon ab, sich als Wirt selbstständig zu machen. Beim Bayerischen Tourismustag in Regensburg warb die Chefin des Hotel- und Gaststättenverbandes für das Wirtshaus als Mittelpunkt eines Ortes und als Treffpunkt für Einheimische und Auswärtige. Bei der Veranstaltung stand am Montag der Wert der Wirtshauskultur im Mittelpunkt. Fachleute diskutierten über Bayern als Reiseland – und darüber, welche Rolle die Wirtshäuser im Freistaat dabei spielen.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Bayerns Wirtshäuser für Gemütlichkeit, Tradition und Qualität stünden. Attribute, die Menschen weltweit mit Bayern in Verbindung brächten. Jedoch seien Gasthöfe gerade auf dem Land von Schließung bedroht. Es brauche einen gut ausgebildeten Wirt, dem die Menschen und die Lebensmittel wichtig seien, sagte Inselkammer. “Dann sind Wirtshäuser unbesiegbar.” Die Bürokratie schrecke jedoch junge Leute ab, diesen Beruf zu ergreifen. Die Datenschutzverordnung bezeichnete sie als katastrophal.

Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, forderte auch, den Wirten mehr Freiraum zu ermöglichen. Bayerische Wirtshauskultur sei international ein Exportschlager. Den kulturellen Wert der Wirtshäuser hatte Musiker Stefan Dettl von La BrassBanda im Blick: Junge Bands bekämen dort die Chance, auf einer Bühne zu stehen. Es sei schade, dass immer mehr Dorfwirtshäuser schließen müssten. (dpa/lby)