Wolbergs: Staatsanwaltschaft und Verteidiger streiten

Nachrichten Regensburg, 10. Januar  2019, 13.02 Uhr | Kommentare deaktiviert
Der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) wartet im Prozesssaal.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) wartet im Prozesssaal.

Im Korruptionsprozess um den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) ist die Stimmung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft weiter angespannt. Nachdem Oberstaatsanwalt Markus Pfaller am Montag die Arbeit seiner Behörde und die beiden Staatsanwältinnen Christine Ernstberger und Ingrid Wein gegen Angriffe seitens der Verteidiger in Schutz genommen hatte, legte am Donnerstag Wolbergs-Anwalt Peter Witting nach. Er sah nach eigenen Worten in Pfallers Auftritt eine mediale Show.

Der Oberstaatsanwalt habe kein Recht dazu gehabt, der Verteidigung Unsachlichkeit vorzuwerfen, sagte Witting. “Es wäre mir sehr peinlich am 30. Hauptverhandlungstag hier aufzutauchen wie Phönix aus der Asche und über Dinge zu reden, die ich nicht wissen kann.” Am Donnerstag erschienen die beiden Staatsanwältinnen zusammen mit Oberstaatsanwältin Christine Müller.

In dem Prozess geht es vor allem um die Frage, ob bei der Vergabe eines Bauprojektes an den mitangeklagten Unternehmer Volker Tretzel dessen Spenden an die SPD eine Rolle gespielt haben. Wolbergs muss sich wegen Vorteilsannahme und Verstoßes gegen das Parteiengesetz verantworten. Tretzel werden Vorteilsgewährung und Beihilfe zum Verstoß gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Norbert Hartl muss sich wegen Beihilfe zur Vorteilsannahme verantworten, der ehemalige Tretzel-Mitarbeiter Franz W. wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Parteiengesetz. (dpa/lby)