Prüfer finden nach Finanzskandal im Bistum Eichstätt massive Defizite

Nachrichten Bayern, 5. Februar  2019, 13.01 Uhr | Kommentare deaktiviert
Finanzskandal bei Diözese Eichstätt

Foto: Armin Weigel/dpa/Archiv

Finanzskandal bei Diözese Eichstätt

Nach dem Skandal um riskante Immobiliengeschäfte in den USA im Umfang von 60 Millionen Dollar haben Prüfer massive Mängel in der Finanzverwaltung der Diözese entdeckt. Der Münchner Rechtsanwalt Ulrich Wastl sprach am Dienstag bei der Vorstellung seines Berichts in Eichstätt von einem “System Eichstätt”. Bei der Verwaltung des Geldes sei auch gegen das Kirchenrecht verstoßen worden. So sei der vorgeschriebene Rat zur Verwaltung des Diözesanvermögens erst mit mehr als 20-jähriger Verspätung gegründet worden. “Eine Vielzahl systemischer Defizite hat den Finanzskandal erst ermöglicht, jedenfalls aber begünstigt”, heißt es in dem Prüfbericht.

Das Bistum stellte Strafanzeige gegen einen ehemaligen Mitarbeiter und dessen Geschäftspartner. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II gegen die zwei Beschuldigten dauern nach Angaben der Behörde an. Das Bistum hatte zunächst nur etwa ein Zehntel, also rund 6 Millionen US-Dollar (5,3 Millionen Euro) der in den USA investierten Summe zurückerhalten. “54 Millionen US-Dollar sind derzeit noch offen”, sagte Wastl. (dpa/lby)