EU-Staaten beschließen neues EU-Urheberrecht endgültig

Nachrichten Europa, 15. April  2019, 10.55 Uhr | Kommentare deaktiviert
Abstimmung im Europäischen Parlament in Straßburg. Die Staaten der Europäischen Union haben die Urheberrechtsreform endgültig beschlossen.

Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Abstimmung im Europäischen Parlament in Straßburg. Die Staaten der Europäischen Union haben die Urheberrechtsreform endgültig beschlossen.

Das EU-Parlament hatte der viel kritisierten Reform des Urheberrechts bereits zugestimmt. Nun waren die EU-Staaten noch einmal gefragt. Ungeachtet des heftigen Widerstands im Netz und auf der Straße haben die Mitgliedsländer die Reform beschlossen.

Die heftig umstrittene Reform des EU-Urheberrechts ist endgültig beschlossen. In einer letzten Abstimmung stimmten die EU-Staaten dem Vorhaben mehrheitlich zu. Auch die deutsche Bundesregierung votierte mit Ja.

Nachdem das Europaparlament das Vorhaben bereits gebilligt hat, mussten dafür in einer letzten Abstimmung noch die EU-Staaten zustimmen. Nun haben sie rund zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzusetzen. Die Länder hatten der Reform im Februar schon einmal – auch mit deutschem Ja – zugestimmt. Nun mussten sie noch mal – beim Treffen der Landwirtschaftsminister – ran. Für die Bundesregierung hat Ministerin Julia Klöckner (CDU) abgestimmt.

Nachdem es vor allem in Deutschland heftigen Protest gegen Teile der Reform gegeben hatte, betonten Regierungspolitiker in den vergangenen Wochen mehrfach, Upload-Filter sollten bei der Umsetzung vermieden werden. Bis zuletzt arbeiteten mehrere Ministerien an einer Zusatzerklärung, die unter anderem klarstellen soll, dass Berlin die Richtlinie ohne diese Filter umsetzen will.

Kritiker befürchten jedoch, dass Plattformen wie YouTube am Einsatz der Filter künftig nicht vorbeikommen. Artikel 13 (im endgültigen Gesetz Artikel 17) verpflichtet die Plattformen, schon beim Hochladen zu prüfen, ob Inhalte urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das ist nach Ansicht der Kritiker nur mit Filtern möglich, bei denen die Gefahr bestehe, dass viel mehr als nötig aussortiert werde. Dies käme Zensur gleich. Artikel 11 (im finalen Text Artikel 15) sieht außerdem ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage vor. Demnach müssen Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten künftig Geld an die Verlage zahlen. (dpa)