Frau und drei Kinder erstochen: Vater vor Gericht

Nachrichten Franken, 7. Mai  2019, 8.12 Uhr | Kommentare deaktiviert
Juni 2018: Mit Kerzen, Blumen und der Figur eines Engels wird in Gunzenhausen an die Opfer der Bluttat erinnert.

Foto: Timm Schamberger / dpa

Juni 2018: Mit Kerzen, Blumen und der Figur eines Engels wird in Gunzenhausen an die Opfer der Bluttat erinnert.

Er soll seine drei schlafenden Kinder und seine von ihm getrennt lebende Ehefrau erstochen haben: Bald ein Jahr nach der Gewalttat in einer Familie in Bayern beginnt der Mordprozess gegen den Vater. Kurz vor der Tat hatte die Polizei gegen ihn ein Kontaktverbot verhängt.

Ein Mann, der in Bayern seine drei Kinder und deren Mutter umgebracht haben soll, steht von heute an vor Gericht. Vor dem Landgericht Ansbach muss er sich ab 9.30 Uhr wegen vierfachen Mordes verantworten.

Der Anklage zufolge hatte der Vater im vergangenen Sommer im mittelfränkischen Gunzenhausen seine schlafenden Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren sowie seine 29-jährige, von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Messer erstochen. Danach sei er vom Balkon im dritten Obergeschoss gesprungen. Er überlebte.

Fünf Tage vor der Tat soll der Maschinen- und Anlagenführer seine zwei Söhne in deren Kinderzimmer geschlagen haben. Deshalb hatten Polizisten ihm einen Platzverweis für die Wohnung erteilt und ein Kontaktverbot ausgesprochen. Aus dieser Kränkung heraus soll er laut Staatsanwaltschaft geplant haben, seine Familie zu töten.

Am 26. Juni soll er gegen fünf Uhr morgens am Eingang des Mehrfamilienhauses in Gunzenhausen gewartet haben, bis ein Bewohner das Haus verließ, um in das Treppenhaus zu gelangen. Unter dem Vorwand, seine Wäsche in Empfang nehmen zu wollen, lockte er laut Anklage von hier aus mit Kurznachrichten auf dem Handy den Bruder seiner Ehefrau nach draußen. Der Schwager hatte sich zum Schutz der Familie in der Wohnung aufgehalten. Mit einem Zweitschlüssel soll er dann die Wohnungstüre geöffnet und nacheinander die Jungen, seine dreijährige Tochter und seine Ehefrau mit einem Messer getötet haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der aus Kirgisistan stammende Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft aufgrund eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens aus einer forensischen Klinik in eine Justizvollzugsanstalt verlegt. Es habe sich kein Anhaltspunkt für eine Erkrankung ergeben, die zur Tatzeit relevant gewesen wäre.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. 21 Zeugen und sechs Sachverständige sollen gehört werden. Das Urteil soll am 15. Mai fallen. (dpa/lby)