Nach Fund von toter Frau in Ankerzentrum dauern Ermittlungen an

Nachrichten Regensburg, 13. Mai  2019, 13.10 Uhr | Kommentare deaktiviert
Polizisten (l) stehen vor dem sogenannten Ankerzentrum in Regensburg.

Foto: Alexander Auer/Archivbild/dpa

Polizisten (l) stehen vor dem sogenannten Ankerzentrum in Regensburg.

Nach dem Großeinsatz in einem Regensburger Flüchtlingsheim prüft die Polizei nun mögliche Ermittlungsverfahren gegen Asylbewerber. Am Samstag war es nach dem Tod einer 31 Jahre alten Nigerianerin zu Konflikten zwischen Ermittlern und Bewohnern des sogenannten Ankerzentrums gekommen, die Polizei sprach von “Ausschreitungen” von 40 bis 50 Flüchtlingen. Es sollen Steine und Flaschen auf die Beamten geworfen worden sein. Nun würden die Videoaufnahmen des Einsatzes ausgewertet, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Wieso die Frau in dem Heim starb, ist unterdessen weiterhin unklar. Die Polizei hatte erklärt, es gebe bislang keine Hinweise auf eine Straftat. Die Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben des Regensburger Polizeipräsidiums noch, ob der Leichnam obduziert werden soll. Dadurch könnte dann herausgefunden werden, ob die 31-Jährige eines natürlichen Todes gestorben ist oder nicht.

Zudem werde untersucht, ob sich auf den Videos einzelne Personen identifizieren lassen, die bei dem Tumult Straftaten begangen haben, sagte die Polizeisprecherin. Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Bewohner des Flüchtlingsheims so emotional aufgebracht, dass sie den Einsatz behindert haben, nachdem die leblose Frau am Samstagvormittag entdeckt wurde.

In den bayerischen Ankerzentren werden insbesondere Flüchtlinge untergebracht, denen wenig Chancen auf Asyl eingeräumt werden. Kritiker sehen die Unterbringung in den großen Heimen als Grund dafür an, dass es dort immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Bewohnern und der Polizei kommt. (dpa/lby)