Bayerischer Lehrerverband BLLV fordert ganzheitliche Bildung

Nachrichten Bayern, 22. Mai  2019, 15.02 Uhr | Kommentare deaktiviert
Eine Schülerin hebt im Unterricht den Finger.

Foto: Daniel Karmann/Archiv/dpa

Eine Schülerin hebt im Unterricht den Finger.

Auswendiglernen und nach der Prüfung alles wieder vergessen – das ist zu wenig, findet Simone Fleischmann. Sie setzt auf ganzheitliche Bildung in den Schulen. Und hofft darauf, mit dieser Agenda erneut zur Präsidentin des BLLV gewählt zu werden.

Integration und Inklusion sind nur zwei der vielen Themen, die die Schulen im Freistaat massiv umtreiben. Um alle Probleme zu lösen und um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, reiche das Herumdoktern an einzelnen Stellschräubchen nicht länger aus, findet die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann. “Ich will eine Schule, die ganzheitlich erzieht, bildet und fördert, und zwar jedes einzelne Kind.”

Junge Menschen müssten neben dem obligatorischen Grundlagenwissen lernen, empathisch zu sein, sich schnell neues Wissen und neue Fertigkeiten anzueignen und diese lösungsorientiert und kritisch anzuwenden, sagte Fleischmann am Mittwoch in München. Entsprechend steht auch die bevorstehende Landesdelegiertenversammlung (30.5.-1.6.) des BLLV in Würzburg unter dem Motto: “Herz. Kopf. Hand. – Bildung ist Zeit für Menschen”.

Auf der Versammlung sollen rund 650 Lehrkräfte diskutieren, wie die Schule von morgen idealerweise aussehen soll. Keine Fragestellung, die mal eben abgehandelt werden kann – dessen ist sich auch Fleischmann bewusst. Zumal sie davon überzeugt ist, dass sich im bayerischen Schulwesen einiges grundlegend ändern sollte.

“Wir sollten uns in der Gesellschaft mal einig werden: Was soll Schule denn eigentlich alles leisten?” Aus Fleischmanns Sicht ist klar, dass es nicht länger vorrangig um Selektion gehen dürfe, sondern um die individuelle Förderung der Persönlichkeit und der Fähigkeiten der Schüler. Dazu müssten nicht nur – wie vielfach bereits geschehen – die Lehrpläne auf Kompetenzerwerb ausgerichtet werden, sondern auch die Prüfungen, die bislang hauptsächlich Wissen abfragen.

Dies bedeute aber nicht nur für die Lehrer mehr Arbeit, sondern gegebenenfalls auch mehr Ärger – schon jetzt gehen immer wieder Eltern juristisch gegen die Noten ihrer Kinder vor. “Es wird deshalb ganz viele geben, die immens festhalten an diesem “Leistung muss wehtun”-Begriff”, ist sich Fleischmann bewusst. Und will dennoch – oder gerade darum – auf der Delegiertenversammlung für eine weitere Amtszeit kandidieren. (dpa/lby)