Anschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen

In wenigen Tagen sollten 30 Flüchtlingsfamilien das Spreehotel in Bautzen als neue Unterkunft beziehen. Unbekannte legten nun in der Nacht Feuer. Erst vor wenigen Tagen gab es Proteste gegen die Nutzung.

Unbekannte haben am Freitagmorgen auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen einen Brandanschlag verübt. Der Brand sei im Innern des „Spreehotels“ in Bautzen ausgebrochen, nachdem die Täter Fensterscheiben eingeworfen hatten, wie das Landeskriminalamt in Dresden mitteilte. Vier Menschen, die im Haus übernachteten, blieben demnach unverletzt. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) verurteilte den Anschlag unterdessen scharf. „Aus Hass Häuser anzuzünden, weil man Geflüchtete nicht in seiner Nähe haben möchte, ist zutiefst primitiv und menschenverachtend. Das ist gerade in der aktuellen Lage nicht die Grundhaltung der Sächsinnen und Sachsen“, hieß es in einer Mitteilung. Bei der Veranstaltung am vergangenen Dienstag demonstrierte die AfD gegen die Nutzung.

Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Wer die Brandsätze in das „Spreehotel“ geworfen habe, sei noch nicht bekannt. „Aber wir müssen von einem fremdenfeindlichen Brandanschlag ausgehen“, so Schuster. In dem Hotel hätten bereits in der Vergangenheit Geflüchtete Zukunft gefunden. Gerade sei es dafür vorbereitet worden, geflüchtete Familien aufzunehmen. (dpa)