Arbeitslosigkeit in Bayern leicht gestiegen

Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist im August wie üblich in dem Sommermonat leicht gestiegen, Fachleute werten den nur leichten Anstieg aber als Erholungskurs. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat um 3288 auf 253 108, ein Anstieg um 1,3 Prozent. So niedrig sei der saisonal bedingte Anstieg von Juli auf August zuletzt 1975 gewesen, teilte die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote blieb im August unverändert bei 3,3 Prozent, das ist weniger als vor einem Jahr (4,1 Prozent), aber höher als im August 2019 vor der Corona-Krise (2,9 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit ist auch in der Oberpfalz im August saisonüblich leicht gestiegen. Im Agenturbezirk Weiden waren fast 3.950 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 159 mehr als im Juli. Im Bereich Tirschenreuth waren 1.250 Menschen auf der Suche nach Arbeit, 92 mehr als noch vor vier Wochen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf, heißt in den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham und der Stadt Amberg waren insgesamt knapp 6.870 Personen ohne Job, 230 mehr als vor einem Monat.

„Der Arbeitsmarkt in Bayern holt weiter auf. Der übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juli auf August fiel heuer deutlich geringer aus“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Der Anstieg zum Vormonat sei vor allem auf Jüngere zurückzuführen, die sich nach Ende des Ausbildungsjahres und Sommersemesters arbeitslos meldeten.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte: „Sogar der im August übliche saisonale Anstieg ist dieses Jahr ausgeblieben. Die Zeichen stehen auf Erholung.“ Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und Dienstleister bräuchten aber die klare Zusage, dass es keinen Lockdown mehr geben werde. „Die 3G-Regel erlaubt ein sicheres Öffnen bei wechselnden Inzidenzwerten“, sagte er. Die Verlängerung der epidemischen Lage habe die Planbarkeit für Unternehmen nicht verbessert, kritisierte Aiwanger. Der Bund bleibe eine unternehmerfreundliche Politik weiter schuldig.

Holtzwart sagte, besonders erfreulich sei die Arbeitskräftenachfrage. 33 388 neue Stellen wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Bayern im August gemeldet. Das sind 9983 beziehungsweise 42,7 Prozent mehr als im August 2020. Rund 134 000 Stellen sind derzeit unbesetzt – damit sind mehr Stellen offen als vor der Corona-Krise im August 2019 (rund 130 000). Stichtag für die aktuelle Statistik war der 12. August.

Den jüngsten Zahlen zufolge waren im Juni rund 5,748 Millionen Menschen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt – und damit rund 1,2 Prozent mehr als im Juni 2020. „Die Beschäftigung ist den dritten Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Kurzarbeitenden weiter“, sagte Holtzwart.

Regional gibt es allerdings große Unterschiede in Bayern: Die niedrigste Arbeitslosenquote hat zurzeit der Landkreis Eichstätt mit 1,8 Prozent. Am höchsten ist die Quote in den Städten Augsburg (6,0 Prozent) und Schweinfurt (6,2 Prozent). (dpa/lby)