Baugrund für Stromtrasse Suedlink wird untersucht

Für den Bau der Windstromleitung Suedlink im Landkreis Würzburg startet der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW demnächst mit den Baugrunduntersuchungen. Vom 3. Mai an bis Ende Oktober sollen dafür Arbeiten rund um Zellingen, Thüngersheim und Altertheim stattfinden, wie das Landratsamt Würzburg am Mittwoch bekanntgab. Geprüft würden Baugrund, Flora und Fauna sowie archäologische Denkmäler. Ziel sei es, den konkreten Leitungsverlauf auf 100 Metern Breite festzuzurren.

Der 1000 Meter breite Korridor, in dem die Leitungen für ganz Bayern später einmal verlaufen werden, steht bereits fest. Nun geht es an die Feinplanung. Verlegt werden sollen hier nur Erdkabel.

Für den Abschnitt zwischen Oerlenbach (Landkreis Bad Kissingen) und Altertheim (Landkreis Würzburg) reichte TransnetBW Mitte November 2020 den Antrag auf Planfeststellung ein. Solche Anträge enthalten Vorschläge zum möglichen Leitungsverlauf sowie zu Alternativen.

Suedlink, insgesamt etwa 700 Kilometer lang und zur Hälfte auch vom Netzbetreiber Tennet betrieben, wird frühestens 2026 fertig werden und könnte unter anderem wegen der im Vergleich zu Freileitungen viel teureren Erdkabel rund zehn Milliarden Euro kosten.

Über neue Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindungen wie Suedlink soll der Windstrom vom Norden in den Süden gelangen. Suedlink soll vom südlichen Schleswig-Holstein westlich an Hannover und Göttingen vorbei über Nordhessen und Südthüringen bis nach Bergrheinfeld in Unterfranken und zum Umspannwerk Großgartach bei Heilbronn führen.

An vielen Orten bundesweit haben sich Bürgerinitiativen gegen die Pläne gebildet, etwa aus Umweltschutzgründen.

Nach jetzigem Stand beginnen frühestens Ende 2022/Anfang 2023 die Bauarbeiten in Unterfranken. Unter anderem sollen dafür bei Thüngersheim ein Weinberg durchbohrt und der Main unterquert werden. (dpa/lby)