Bayerische Krankenhäuser befürchten Krise wegen hoher Inflation

Die Krankenhäuser in Bayern befürchten wegen der hohen Inflation Versorgungsengpässe. Im laufenden Jahr fehlten den Kliniken im Freistaat über 530 Millionen Euro allein durch Inflation und steigende Energiepreise, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). «Einrichtungen bleiben zulasten der Versorgung und der Beschäftigten auf den aktuellen Kostenexplosionen komplett sitzen», kritisierte er.

Der Kostendruck sei durch massive Preissteigerungen bei Energie, Medizinprodukten, Medikamenten, IT-Produkten und Dienstleistungen sowie Lebensmitteln in den letzten Wochen dramatisch geworden. Die immer teurer werdenden Medizinprodukte machten knapp die Hälfte der Sachkosten aus. Der Anstieg der Energiekosten treffe die Kliniken in einem ähnlichen Maße wie Privathaushalte. Bei der Finanzierung sei jedoch ein maximaler Kostenanstieg von 2,3 Prozent berücksichtigt.

Die Krankenhäuser bräuchten einen Sofortzuschlag für 2022 und mehr Spielraum für die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Ansonsten drohe bei der nächsten Corona-Welle im Herbst eine Finanz- und damit eine Versorgungskrise.