Bayern will Endlagersuche mit eigener Kommission begleiten

Die seit Jahren politisch umstrittene Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland wird im Freistaat künftig durch eine eigene Kommission begleitet. Kernaufgabe des neuen „Bayerischen Begleitgremiums Endlagersuche“ sei es, das Suchverfahren kritisch zu hinterfragen und die Interessen der betreffenden Regionen zu bündeln, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Freitag in München. Die Kommission bilden demnach zunächst Vertreter der Bezirksregierungen, des Umweltministeriums und des Landesamts für Umwelt.

„Für uns steht die Sicherheit der Menschen an erster Stelle“, sagte Glauber. Ungeeignete Regionen müssten so schnell wie möglich aus dem Verfahren ausscheiden. Das Gremium soll seine Arbeit in den nächsten Wochen aufnehmen.

Ende September hatte die Veröffentlichung des ersten Zwischenberichts der Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) in Bayern für reichlich Kritik gesorgt: Dem Bericht zufolge sind etwa zwei Drittel des Freistaats zumindest geologisch für das angestrebte Endlager unter Tage für hoch radioaktive Abfälle geeignet, in Deutschland ist es gut die Hälfte der gesamten Landesfläche. Der lange im Zentrum der Debatte stehende Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist demnach hingegen offiziell ungeeignet.

Bei der Suche nach einem Endlager seien geologische Barrieren die einzig sichere Option, hatte die Staatsregierung betont. In Bayern übten jedoch die Alpen vielerorts hohen Druck auf den Granit auf, weshalb dieser sehr zerklüftet sei, hatte Glauber zu bedenken gegeben.

Das neue Begleitgremium solle nun den Zwischenbericht prüfen und die Kommunen stärker einbinden, hieß es von Seiten des bayerischen Umweltministeriums. „Entscheidend ist, dass die Suche wissenschaftsbasiert und transparent erfolgt“, betonte Glauber. (dpa/lby)