Bayerns Schülerinnen und Schüler erhalten Zwischenzeugnisse

Es ist ein Schuljahr, wie es noch keines zuvor gegeben hat. Viele Schülerinnen und Schüler haben seit Weihnachten kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen, auch davor schon herrschte alles andere als Normalität. Nun gibt es Zwischenzeugnisse – aber nicht für alle.

Eigentlich hätten die Schülerinnen und Schüler in Bayern ihre Zwischenzeugnisse schon vor drei Wochen bekommen sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie werden die Halbjahreszeugnisse erst an diesem Freitag verteilt. Und auch nicht an alle Kinder und Jugendlichen, sondern nur an diejenigen, die an diesem Tag Unterricht im Schulgebäude haben. Der Rest bekommt das Zeugnis früher, später – oder per Post. Auch darüber hinaus gibt es mehrere Ausnahmen.

Noch immer befinden sich die meisten der 1,65 Millionen bayerischen Schülerinnen und Schüler im Wechsel- oder gar im reinen Distanzunterricht. Die Folge: Nur ein Teil wird am Freitag in den Schulen sitzen. Diese Schüler bekommen ihr Zeugnis wie gewohnt persönlich ausgehändigt.

Wer im Wechselunterricht ist, erhält das Papier in der Regel am nächsten Tag mit Präsenzunterricht, bei den meisten ist das der Montag. Je nach Schulart kann die Vergabe aber auch auf den vorausgehenden Präsenztag vorgezogen werden.

„Und alle, die im Distanzunterricht sind, bekommen die Zeugnisse per Post“, ergänzte ein Sprecher des Kultusministeriums. Das war im Sommer anders – damals mussten alle ihr Zeugnis am letzten Schultag persönlich in ihrer Schule abholen. „Zwischenzeugnisse sind im rechtlichen Sinn kein Dokument wie ein Abschlusszeugnis“, erläuterte der Ministeriumssprecher den Grund für das abweichende Vorgehen.

Deshalb ist es an den Grundschulen und an den Jahrgangsstufen fünf bis sieben der Mittelschulen auch möglich, die Zwischenzeugnisse durch sogenannte Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen. Dies entscheiden die Schulen jeweils selbst, teils ist der Modus Operandi von Klasse zu Klasse unterschiedlich. Die vierten Klassen erhalten ohnehin nur eine Zwischeninformation über den Leistungsstand, bevor am 7. Mai die Übertrittszeugnisse anstehen.

In den Jahrgangsstufen fünf bis acht der Realschulen sowie an den Gymnasien können die Zwischenzeugnisse durch zwei schriftliche Informationen über das Notenbild ersetzt werden – an den Wirtschaftsschulen ist dies heuer obligatorisch.

Die elften Klassen an den Fachoberschulen und Berufsoberschulen (FOS/BOS) erhalten ebenfalls kein Zwischenzeugnis, weil ihre Leistungen des gesamten Schuljahres die Noten der beiden dadurch identischen Halbjahreszeugnisse bilden. Die Jahrgangsstufen 12 und 13 von FOS/BOS bekommen ihre Zwischenzeugnisse zudem erst am 12. März.

Damit nicht genug der Ausnahmen: Die neunten Klassen der Mittelschulen können das Zeugnis bis Ende April ein zweites Mal ausgestellt bekommen, sofern bis dahin nachträglich ausreichende Leistungsnachweise in den Prüfungsfächern vorliegen. Ansonsten bleibt es bei dem Satz, den auch die Schüler anderer Schularten trotz stark reduzierter Probenanzahlen heuer häufiger lesen dürften: „Im Fach XY konnten pandemiebedingt noch nicht genügend Leistungsnachweise für eine aussagekräftige Zeugnisnote erhoben werden.“ (dpa/lby)