Bayerns SPD-Generalsekretär Grötsch bewirbt sich um Landesvorsitz

Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch will im kommenden Jahr neuer Landesvorsitzender werden. Der 45-Jährige kündigte in einer kurzfristig anberaumten Online-Pressekonferenz am Donnerstag an, sich auf dem nächsten Landesparteitag um die Nachfolge der scheidenden Vorsitzenden Natascha Kohnen zu bewerben. Grötsch ist damit der erste Kandidat, der aus der Deckung gekommen ist.

Kohnen hatte am Wochenende in einer Schalte des Landesvorstands angekündigt, sich nicht erneut um den Landesvorsitz zu bewerben. „Es ist in meinen Augen Zeit, dass mehr Jüngere die Verantwortung an der Spitze übernehmen. Denn die Zukunft ist ihre“, sagte die 53-Jährige.

Grötsch, der ausgebildeter Polizeibeamter ist, sitzt seit 2013 für die SPD im Bundestag. Er vertritt die Partei dort unter anderem im Parlamentarischen Kontrollgremium. Wegen seines hartnäckigen Kampfes gegen Rechts hat Grötsch schon wiederholt Morddrohungen erhalten.

Grötschs SPD-Parteikarriere in Bayern ist dagegen eng mit Kohnen verbunden. Als Kohnen 2017 zur Landesvorsitzenden gewählt worden war, hatte sie den Oberpfälzer zu ihrem Generalsekretär gemacht. In die Amtszeit der beiden fällt eine Reihe von bitteren Wahlniederlagen.

Als Termin für den nächsten Parteitag peilen die Sozialdemokraten den 20. März an. Offen ist angesichts der Corona-Krise aber, ob das Treffen tatsächlich an dem Tag und in normaler Form stattfinden kann.

Diskutiert wird derzeit in der Bayern-SPD noch, ob der Landesverband künftig – wie die SPD im Bund – von einer Doppelspitze geführt werden könnte. Zumindest als Option könnte dies in Zukunft möglich sein. (dpa/lby)