Bei Feuerwehren sollen mehr Frauen das Kommando übernehmen

Bayerns Feuerwehren wünschen sich mehr Frauen in Führungspositionen. Nur ein Prozent ihrer Führungskräfte sei weiblich, sagte die Frauenbeauftragte des Landesfeuerwehrverbands (LFV), Andrea Fürstberger, am Mittwoch in einer Expertenanhörung des Landtagsinnenausschusses. Sie warb unter anderem um Unterstützung für Frauen, um Familie und Ehrenamt bei der Feuerwehr unter einen Hut zu bekommen – so brauche es beispielsweise Möglichkeiten der Kinderbetreuung bei Einsätzen, Übungen oder Lehrgängen.

Die Situation bei den mehr als 7500 freiwilligen Feuerwehren in Bayern sei „stabil“, sagte LFV-Chef Johann Eitzenberger. Die Bürger könnten sich zu 100 Prozent auf die Feuerwehren verlassen. Wegen der Corona-Pandemie leide aber der Ausbildungs- und Übungsbetrieb. „Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive“, betonte er.

Für den bayerischen Gemeindetag warb Wilfried Schober bei den Abgeordneten um eine Aufstockung der staatlichen Zuschüsse für die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Bis 2004 habe der Fördersatz bei 33 Prozent der Anschaffungskosten gelegen, jetzt sei dieser Wert auf 27 oder 28 Prozent zurückgegangen. Es sei der Wunsch der Gemeinden, dass der Fördersatz wieder angehoben wird.

Auch das Vergaberecht für die Feuerwehrfahrzeuge sei immer komplizierter geworden, sagte Schober. Viele Gemeindeverwaltungen seien überfordert und müssten extra auf Beratungsbüros zurückgreifen.

Grundsätzlich seien die Kommunen derzeit zufrieden mit dem Zustand der Wehren. Über die reine Sicherheitsfunktion hinaus stehe die Feuerwehr für „gelebten Bürgersinn“ und sei ein „Stabilitätsanker in den Kommunen“. (dpa)