Berlin: Brand im Grunewald nach versehentlicher Explosion

Der Zwischenfall ereignete sich auf einem Sprengplatz der Berliner Polizei. Wegen Explosionsgefahr konnte die Feuerwehr noch nicht mit dem Löschen beginnen. Eine Autobahn ist gesperrt, der Bahnverkehr unterbrochen.

Nach einer Detonation auf einem Sprengplatz der Polizei im Berliner Grundwald ist der angrenzende Wald in Flammen geraten. Aufgrund von weiteren Explosionen und umherfliegenden Trümmerteilen hat die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge noch nicht mit dem Löschen begonnen. Auch Stunden nach dem Ausbruch des Feuers waren am Vormittag weiter Knallgeräusche aus Richtung des Sprengplatzes zu hören.

Das Feuer breitet sich weiter unkontrolliert aus. „Das bereitet uns Sorge“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz in dem Wald genau aussehe. Derzeit würden Aufnahmen einer Drohne und eines Polizeihubschraubers zusammengeführt und ausgewertet.

Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass sie der Brand im Grunewald noch den ganzen Tag über beschäftigen wird. Nach wie vor bestehe eine enorme Gefahr“ durch Explosionen und umherfliegende Trümmerteile für die Einsatzkräfte, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen dem Sender NTV.

In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Auf diese Weise soll ein Ausbreiten der Flammen erschwert werden.

Mit einem Löschhubschrauber der Bundeswehr können die Einsatzkräfte nicht rechnen. Ein solcher stehe aufgrund des Waldbrands in Sachsen derzeit nicht zur Verfügung, sagte ein Feuerwehrsprecher in Berlin.

Der Regional-, Fern- und S-Bahnverkehr sind unterbrochen, wie die Bahn auf ihrer Internetseite mitteilt. Die Autobahn Avus in Berlin bleibt wegen des Brands im Grunewald voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt, hieß es von der Berliner Verkehrszentrale.

Im Fernverkehr ist die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen.

Wohngegenden sind nach Angaben der Feuerwehr aber nicht in Gefahr. „Das werden wir verhindern“, so ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Auch Verkehrsinfrastruktur sei nicht betroffen.

Fläche von 15.000 Quadratmetern betroffen

Das Feuer betrifft demnach aktuell eine Fläche von etwa 1,5 Hektar, also rund 15.000 Quadratmeter. Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.

„Der Wald ist knochentrocken“, sagte am Donnerstag Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Die Wälder hätten sich durch die vergangenen Dürreperioden nicht erholen können.

Zur Frage, wie sinnvoll ein Sprengplatz im Wald überhaupt noch sei, sagte er: „Mit den Sicherheitsfragen werden wir uns beschäftigen, wenn die Brandursache geklärt ist.“

„Die Lage ist unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. „Momentan befinden wir uns in der Phase der Beratung und Beobachtung.“ Vor Ort sind 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizeikräfte. Weitere Einsatzkräfte, sowie Spezialkräfte der Bundeswehr sind angefordert. Die Feuerwehr befürchtet, dass die am Donnerstag erwartete Hitze den Einsatzkräften zusätzlich zu schaffen machen wird.

Behörden warnen, Gefahrengebiet zu meiden

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist bisher noch völlig unklar, wie es zu der Explosion kommen konnte. Auf dem Platz wird Fundmunition gelagert und kontrolliert durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Berliner Polizei entschärft.

Die Behörden warnen die Bevölkerung über den Großbrand auf den Warnapps und riefen dazu auf, das Gefahrengebiet zu meiden. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden. (dpa)