Mutmaßlicher Brandstifter widerruft zu Prozessbeginn  Geständnis

Eigentlich hatte der Angeklagte schon gestanden, wahllos mehrere Gebäude in Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) angezündet zu haben – zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Hof widerrief er aber seine Aussage. „Mit der Brandstiftung hab‘ ich nichts zu tun“, sagte der 38-Jährige am Dienstag. Das Geständnis habe er „überschnell, übereifrig“ gemacht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere Brandstiftung und versuchten Mord in mehreren Fällen vor. Laut Anklage soll der Mann im Frühjahr 2018 versucht haben, acht Wohngebäude in Brand zu setzen. Dabei soll er in Kauf genommen haben, dass schlafende Bewohner bei dem Feuer ums Leben kommen könnten. Nur durch Zufall hätten die Bewohner die Flammen rechtzeitig entdeckt, betonte der Staatsanwalt. So sei nur ein Sachschaden von mehr als einer halben Million Euro entstanden. Außerdem wird der Mann beschuldigt, auf seinem Smartphone und zwei Tablets kinderpornografische Aufnahmen gespeichert zu haben. Das gab der Angeklagte vor Gericht zu. Das Urteil soll voraussichtlich Ende September fallen. (dpa/lby)