Corona-Schreiben: Bischof Voderholzer geht auf Distanz

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer geht in der Diskussion um Corona-Maßnahmen auf Distanz zu seinem Amtsvorgänger, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Er mache sich die Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu einem auch von Müller unterzeichneten Schreiben gegen Corona-Beschränkungen „ausdrücklich zu eigen“, teilte das Bistum Regensburg am Montag mit.

Der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing hatte nach der Veröffentlichung des umstrittenen „Aufrufs für die Kirche und für die Welt“ mitgeteilt, „dass sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Bischofskonferenz grundlegend von dem veröffentlichten Aufruf unterscheidet“.

In dem umstrittenen Text heißt es: „Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit.“ Außerdem wird in dem Schreiben gemutmaßt, dass geheime Kräfte in der Bevölkerung Panik erzeugen, Personen kontrollieren und eine Weltregierung schaffen wollen.

Das Bistum Regensburg verwies auf ältere Äußerungen Voderholzers zu Corona-Maßnahmen. „Es ist ein Gebot der Vernunft und der christlichen Nächstenliebe, sich diesen Beschränkungen zu fügen, so schwer es uns allen fällt“, habe er beispielsweise gesagt. Voderholzer ist seit 2013 Bischof von Regensburg, vor ihm leitete Müller das Bistum zehn Jahre lang von 2002 bis 2012. Danach war er fünf Jahre lang Präfekt der einflussreichen Glaubenskongregation im Vatikan. (dpa/lby)