Aussage nach Seilbahnunglück: Bremse bewusst deaktiviert

Plötzlich riss das Seil: Es waren wohl Manipulationen am Sicherheitsbremssystem, die zu dem Unglück am Lago Maggiore führten.

Nach den Festnahmen wegen mutmaßlicher Manipulationen an der Seilbahn am Monte Mottarone in Norditalien haben die Ermittler Hinweise darauf, dass die Bremse absichtlich deaktiviert wurde.

Es gebe eine Aussage, wonach eine Vorrichtung deaktiviert wurde, um eine Störung zu vermeiden, sagte ein Carabiniere im italienischen Fernsehen am Mittwoch. Die habe dann dafür gesorgt, dass die Notbremse nicht griff.

Die Störung hätte dem Polizisten zufolge sonst zu einem langsamen Ablauf geführt. „Man wollte die Seilbahn in Betrieb halten, auch als sich das Problem offenbarte.“ So sei die Notbremse gesperrt gewesen, damit weiter Menschen transportiert werden konnten. Dadurch sei es aber auch zu der „dramatischen Fügung“ gekommen, dass die Notbremse nicht griff, als eines der Kabel riss.

Insgesamt 14 Menschen hatten bei dem Gondelabsturz in der italienischen Region Piemont westlich des Lago Maggiore am Sonntag ihr Leben verloren. Nur ein kleiner Junge aus Israel überlebte das Unglück und wurde am Mittwoch noch in einer Turiner Klinik behandelt.

Drei Menschen waren am Mittwochmorgen festgenommen worden. Dabei handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers Ferrovie del Mottarone. Darunter sei auch ein Manager. Ermittler hätten festgestellt, dass ein Sicherheitsbremssystem „manipuliert“ worden sei, um Verspätungen des Seilbahnbetriebs zu vermeiden, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi. (dpa)