Ein Jahr „Rettet die Bienen“: Artenschützer ziehen gemischte Bilanz

Ein Jahr nach der Annahme des bayerischen Artenschutz-Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ im Landtag haben die Initiatoren ein gemischtes Fazit gezogen. „Für die bisher gezeigten Leistungen bekommt die Staatsregierung von uns Lob und Tadel“, sagte Agnes Becker (ÖDP) am Donnerstag in München. Sie beklagte unter anderem, dass der Ausbau des Ökolandbaus nur langsam vorankomme.

Professor Roman Lenz von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, der die Umsetzung des Volksbegehrens im Auftrag der Initiatoren überprüft, sagte, in einigen Bereichen tue sich etwas. „Aber es könnte sich noch ein bisschen mehr tun.“ Er beklagte, dass für valide Aussagen in vielen Bereichen noch Daten fehlten.

Der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz, Norbert Schäffer, sagte, es gebe bei der Umsetzung des Volksbegehrens viele Schwächen, aber es sei auch vieles erreicht worden. Als Beispiele nannte er Fortschritte beim Waldnaturschutz und mehr Blühflächen. Wildbienen hätten heute bessere Zukunftsaussichten als vor dem Volksbegehren.

Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann beklagte aber, die Staatsregierung handle eher aus politischem Kalkül und weniger aus innerer Überzeugung. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schlüpfe „in die Rolle des Kulissenschiebers“. „Er schafft überall dort eine Traumkulisse, wo die Menschen und Medien gerade hinschauen.“ Aber nach der Vorstellung sei im Alltag doch wieder vieles wie vorher. (dpa/lby)