Grenzregion fordert eigene Corona-Strategie

Die ostbayerische Grenzregion fordert eine eigene Corona-Strategie. „Gerade mit Blick auf die außerordentliche Lage in Tschechien und der Dynamik der Mutationen hat die Entwicklung in den Grenzregionen entscheidende Bedeutung für die Bekämpfung des Virus in ganz Bayern und Deutschland“, betonten sechs Abgeordnete am Montag in einem gemeinsamen Positionspapier. Die Landkreise bräuchten noch mehr Impfungen, Tests sowie Perspektiven für Familien und Handel.

Die Europäische Union solle gezielt Impfstoff für die bayerisch-tschechische Grenzregion bereitstellen, heißt es in dem Papier. Mit mehr Corona-Tests könnte auch soziales und wirtschaftliches Leben trotz hoher Infektionszahlen ermöglicht werden.

„Unser Ziel muss sein, dass jedes Kind noch vor den Osterferien zurück an die Grundschule kommt und soziale Kontakte ermöglicht werden“, erklärten die Abgeordneten. In einem nächsten Schritt soll der Handel mit festen Kundenterminen und Testkonzept wieder öffnen dürfen.

Ministerpräsident Markus Söder kündigte am Montag bereits an, mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen zu wollen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Die Staatsregierung hatte schon 50 000 zusätzliche Impfdosen für die Grenzregion zugesagt. Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie in Deutschland. (dpa)