Herrmann: Immer mehr gefälschte Impfzertifikate in Umlauf

Nach Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sind immer mehr gefälschte Impfnachweise im Umlauf. Die Polizei habe Anfang September etwa 110 Fälle von falschen Impfausweisen oder -zertifikaten registriert, wenige Wochen später habe die Zahl schon bei mehr als 800 gelegen – und die Dunkelziffer sei noch viel höher: „Wir müssen davon ausgehen, dass es de facto noch eine viel größere Zahl gibt“, sagte Herrmann am Freitag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, „radioWelt“).

„Das ist kein Kavaliersdelikt, so etwas zu fälschen.“ Andere Menschen würden getäuscht, weil sie glaubten, um sie herum seien nur Geimpfte und Genesene, sich tatsächlich aber „andere mit gefälschten Zertifikaten einschmuggeln“, sagte der Innenminister weiter.

Er kündigte zudem an, dass die Polizei die Kontrollen der 2G- oder 3G-Regeln strikter überprüfen wird. Wirte oder beispielsweise Betreiber von Kinos müssten die Einlassbestimmungen ernst nehmen und die Nachweise kontrollieren: „Im Wiederholungsfall, wenn sich ein zweites oder drittes Mal herausstellt, dass ein Betreiber die Kontrollen nicht ernsthaft durchführt und die Leute einfach durchwinkt, muss er damit rechnen, dass sein Laden geschlossen wird.“

Zur Kritik von Vertretern der Polizeigewerkschaft am Arbeitspensum der Beamten sagte Herrmann: „Natürlich weiß ich auch um die starke Belastung der Polizei.“ Es gehe darum, nun die richtigen Prioritäten zu setzen: „Aber dann findet in den nächsten Tagen vielleicht eine Geschwindigkeitskontrolle weniger statt und stattdessen finden die Kontrollen statt, ob die Bedingungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden.“ (dpa)