Jahn feiert Sieg gegen Schalke

Minutenlang feierten die euphorisierten Regensburger Fans die ihre grandiosen Schalke-Bezwinger. «Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey», skandierte das Publikum nach dem Fußball-Festtag des Jahn gegen einen hilflosen Gegner.

Der Überraschungs-Tabellenführer besiegte den Bundesliga-Absteiger aus Gelsenkirchen am Samstag in der 2. Bundesliga hochverdient mit 4:1 (1:0). «Ich bin stolz, wie die Jungs das im Moment umsetzen», sagte Trainer Mersad Selimbegovic und bedankte sich auch für die Unterstützung von den Rängen: «Unsere Fans waren überragend.»

In der Oberpfalz herrscht nach dem vierten Sieg am Stück Fußball-Euphorie – bei den Schalkern bricht dagegen schon wieder Alarmstimmung aus. Der Druck auf Trainer Dimitrios Grammozis wächst, der Rückstand auf Liga-Primus SSV Jahn beträgt schon acht Punkte. «Wir dürfen uns nicht so präsentieren und in der Höhe verlieren», sagte Grammozis. An ruhiges Arbeiten ist für ihn nicht zu denken.

Vor den erlaubten 5324 Zuschauern im Jahnstadion trat nur eine Mannschaft wie ein Spitzenteam auf: Regensburg. Beim vierten Sieg am Stück bejubelten die Fans die Tore von Jan Niklas Beste (9. Minute), Steve Breitkreuz (55.), David Otto (73.) und Sarpreet Singh (86.). «Wir haben einfach einen Lauf», sagte Selimbegovic zur Torausbeute.

Der vierte Saisontreffer von Simon Terodde (81.) zum 1:3 riss Schalke nicht mit und brachte vor allem den Jahn nicht ins Wanken. «Das Ergebnis spricht für sich», stöhnte Schalke-Torjäger Terodde. Der Jahn war gieriger, eingespielter und wieder sehr effektiv. Das Team von Trainer Selimbegovic trumpfte als starkes Kollektiv auf.

Schalke fehlte der Biss und eine Spielidee. Torjäger Terodde war größtenteils abgemeldet, Chancen gab es kaum. Vor dem ersten Gegentor ließ sich Abwehrspieler Florian Flick zudem den Ball am eigenen Strafraum von Otto abjagen. Beste traf aus 20 Metern wunderschön ins kurze Eck. Torwart Ralf Fährmann verhinderte gegen den starken Otto nach einem feinen Jahn-Konter einen höheren Pausenrückstand (27.). Der Jahn spielte groß auf, es passte einfach von hinten bis vorne.

Auch der eingewechselte Leihspieler Ko Itakura konnte der Abwehr der Gäste nach der Pause keinen Halt geben. Der Jahn war stets wacher, so wie beim 2:0 von Abwehrspieler Breitkreuz, der im Fallen aus der Drehung die Führung ausbaute. Otto erhöhte per Kopfball. Das große Selbstvertrauen der Jahn-Profis dokumentierte FC-Bayern-Leihgabe Singh mit dem furiosen Treffer zum Endstand. Die rund 600 mitgereisten Schalke-Fans waren restlos bedient, alle anderen feierte die Jahn-Profis. «Oh wie ist das schön», skandierte das Publikum. (dpa/lby)