Jahn jubelt in Ingolstadt

Am Spielfeldrand umarmten sich Trainer Mersad Selimbegovic und der scheidende Geschäftsführer Christian Keller nach dem Prestigeerfolg von Jahn Regensburg im Donau-Derby lange und herzlich. Das Überraschungsteam hält sich nach dem 3:0 (1:0) beim FC Ingolstadt hartnäckig in der Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga. Mit 25 Punkten belegen die Oberpfälzer nach dem zwölften Spieltag den zweiten Aufstiegsplatz hinter Spitzenreiter FC St. Pauli.

«In Summe war es kein schönes Spiel», kommentierte Selimbegovic. Er lobte die Effektivität seiner Mannschaft: «Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.» Stürmer David Otto (9. Minute), Elfmeterschütze Max Besuschkow (63.) und der eingewechselte Angreifer Kaan Caliskaner (73.) trafen im Abschiedsspiel von Keller am Sonntag vor 7024 Zuschauern im Ingolstädter Sportpark. «Während der 90 Minuten war alles normal», berichtete Keller. Nach dem Schlusspfiff wurde es emotional für ihn. Seine Augen waren feucht.

Der nach acht Jahren auf eigenen Wunsch ausscheidende Jahn-Macher wurde von Kapitän Benedikt Gimber vor die Kurve mit den glücklichen Jahn-Anhängern gelotst. Dort wurde Keller dann lautstark gefeiert. Vier Tage nach dem kraftraubenden Pokal-K.o. im Elfmeterschießen gegen Hansa Rostock mussten die Gäste zuvor auf dem Platz intensiv beißen, um den siebten Saisonsieg einzufahren. «So klar war es nicht, wie das Ergebnis es aussagt», befand Selimbegovic.

Sein Kollege André Schubert blieb auch im vierten Spiel als Ingolstädter Coach sieglos. Ohne den erkrankten Kapitän Stefan Kutschke und den verletzten Dennis Eckert Ayensa mangelte es den Schanzern offensiv an Durchschlagskraft. «Über weite Strecken» hatte Schubert «ein Spiel auf Augenhöhe gesehen». Aber der Gegner war vor allem beim Torschießen abgeklärter. Ottos Tor nach feiner Vorarbeit von Benedikt Saller stellte frühzeitig die Weichen. Besuschkow sorgte nach Foul an Kapitän Benedikt Gimber vom Elfmeterpunkt für die Vorentscheidung. Caliskaner erhöhte nach einem Eckball per Kopf.

Der FCI kämpfte, aber das reichte wieder nicht. Michael Heinloth schoss vorbei (12.). Und Jahn-Torwart Alexander Meyer wehrte einen Kopfball von Verteidiger Thomas Keller mit einem Reflex ab (55.). «Den müssen wir machen», sagte Schubert zur großen 1:1-Chance. (dpa/lby)