Jan Delay und Sasha vermissen den Trubel auf dem Kiez

Die Hamburger Reeperbahn ist ein Synonym für durchgefeierte Nächte und ein reges Clubleben. Zur Zeit ist es dort ruhig – sehr zum Bedauern von einigen Kiez-Besuchern.

Der Hamburger Sänger und Hip-Hopper Jan Delay (45) ist frustriert darüber, dass die Clubs bundesweit seit einem Jahr coronabedingt geschlossen sind.

„Das ist scheiße, doof und traurig. Ich sehne mich fast nach nichts so sehr, wie endlich mal wieder in den Club zu gehen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Auftritte fehlten ihm zwar auch, aber noch viel mehr würde er das Auflegen in den Clubs vermissen. „Nicht auflegen zu können, das geht mir wirklich an die Substanz.“ Er habe seit seiner Jugend noch nie eine Phase gehabt, in der er so lange auf Clubs verzichten musste. „Es reicht auch, wenn ich in einen Club gehe, wo ein DJ auflegt, der gut ist. Das ist dann mein Methadon dafür. Aber das habe ich ja auch nicht. Das nagt an mir, dass das nicht da ist. Das vermisse ich noch mehr als Auftritte.“

Ähnlich geht es dem Popsänger Sasha (49). Der Wahl-Hamburger vermisst in seiner Freizeit dabei vor allem das frühabendliche Angebot der Reeperbahn. „Was mich vor allem traurig macht, ist, dass die Theater, Bars und Restaurants auf dem Kiez geschlossen sind. Und das fehlt mir schon sehr. Vor allem die Spontaneität haben zu können, einfach mal abends essen zu gehen.“ Als Musiker wünsche er sich, dass Theater, Bars und Restaurants bald wieder zum Alltag gehören können. „Mit allem, was uns theoretisch zur Verfügung stünde – Konzepte, Medikamente, Impfungen. Im Konglomerat wäre ich guter Hoffnung, dass es in diesem Jahr vorbereitet wird und wir 2022 wieder normal auf die Straße gehen können.“

Der Kiez war am 15. März in weiten Teilen coronabedingt komplett heruntergefahren worden. Einige Betriebe haben seitdem eine Zwangspause eingelegt. (dpa)