Maskenpflicht an Schulen und regionale Ampeln

Die Corona-Lage hat sich in den vergangenen Wochen rasant zugespitzt. Nun reagiert die Staatsregierung. Die Lage in den Kliniken sei teils schon dramatisch, das Unverständnis der Geimpften wachse.

Zur Bekämpfung der stark gestiegenen Corona-Infektionen hat die bayerische Staatsregierung die vorübergehende Wiedereinführung der Maskenpflicht an Bayerns Schulen sowie verschärfte Regeln für die Krankenhaus-Ampel beschlossen. Zudem sprach sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vehement für eine flächendeckende Drittimpfung gegen das Coronavirus aus. Corona sei „mit aller Macht zurück“, sagte Söder nach der Kabinettssitzung am Mittwoch in München. „Das Virus bleibt einfach heimtückisch, und es bleibt da.“

Allerdings sei es inzwischen eine Pandemie der Ungeimpften, betonte Söder. Zu diesen gehören auch Kinder unter zwölf Jahren, für die es derzeit keine Impfempfehlung gibt. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, müssen nach den Herbstferien in den Grundschulen für eine Woche und in den weiterführenden Schulen für zwei Wochen wieder Masken auch am Platz und unabhängig vom Mindestabstand getragen werden.

Während bei den Jahrgängen eins bis vier Alltagsmasken reichen, sind für die älteren von Montag an medizinische Masken vorgeschrieben. Kommt es dennoch zu einem Infektionsfall in einer Klasse, werden alle Klassenangehörige künftig eine Woche lang an jedem Schultag getestet.

Zudem hat der Freistaat seine Krankenhaus-Ampel neu definiert. Die Ampel springt nun auch auf Gelb, wenn landesweit 450 Intensivbetten belegt sind, sagte Söder. Rot zeigt die Ampel, wenn landesweit 600 Intensivbetten belegt sind.

Bereits bei Stufe Gelb treten zusätzlich Schutzmaßnahmen in Kraft Es werde auf FFP2-Masken umgestellt, sagte Söder. Wo bisher die 3G-Regel galt – also Einlass nur für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete -, gelte dann die 3G-plus-Regel, die einen PCR-Test statt eines Schnelltests vorsieht. Wo zuvor 3G-plus galt, gilt dann 2G (geimpft, genesen). Ausgenommen davon blieben Einzelhandel und Personennahverkehr. Bei 3G bleibe es darüber hinaus etwa im Hochschulbereich und bei Ausbildungseinrichtungen.

Springt die Ampel auf Rot, gilt die 3G-Regel zum Beispiel auch am Arbeitsplatz. 2G wird dann zudem deutlich ausgeweitet. Für die Gastronomie gilt dann flächendeckend die 3G-plus-Regel. Die Regelungen einer roten Krankenhaus-Ampel gelten auch für regionale Hotspots, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorherrschen.

Um die Corona-Pandemie dauerhaft in den Griff zu bekommen, warb Söder noch einmal eindringlich für das Impfen. Die steile Dynamik des Infektionsgeschehens zeige sich bereits deutlich in der Krankenhausbelegung, mit entsprechenden Folgen: „Wir wollen auf keinen Fall, dass andere OPs, die dringend notwendig wären, abgesagt werden müssen wegen Corona“, betonte Söder. Auch warnten Mediziner bereits vor schwierigen Situationen, wenn etwa ein geimpfter Krebspatient nicht operiert werden könne, weil sein Bett von einem ungeimpften Corona-Patienten belegt sei.

Die Corona-Infektionszahlen waren in Bayern zuletzt stark gestiegen, über das Wochenende wurde gar ein Allzeithoch bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht. Die Zahlen sind besonders dort hoch, wo die Impfquote niedrig ist. In den Hotspots sind die Intensivbetten den Angaben zufolge schon sehr knapp. Um die Lage nicht weiter zu verschärfen, stünden letztlich für alle Impfbereiten Auffrischungsimpfungen an, sagte Söder. „Der Booster ist der beste Schutz.“ (dpa/lby)