Knospen im Schnee: Erneuter Kälteeinbruch in Bayern

Osterglocken, Krokusse und Tulpen spitzen vielerorts nur noch unter einer Schneedecke hervor. Den Obstbäumen und Rebstöcken kann der Kälteeinbruch aber noch wenig anhaben.

Schneeschauer, Graupel und Minustemperaturen: In weiten Teilen Bayerns ist der Winter zurück. Obwohl die ersten Obstbäume schon blühen, sei es noch zu früh für gravierende Frostschäden, sagte Karl-Ludwig Rostock, Vorsitzender des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verband. „Wenn bei Kirschen oder Zwetschgen ein Teil erfriert, ist das noch nicht so schlimm.“

Bei Steinobst seien für einen Vollertrag 25 bis 30 Prozent gesunde Blüten nötig, erklärte der Landwirt. Bei Apfelbäumen würden fünf bis acht Prozent gesunde Blüten ausreichen. „Wenn es noch eine Weile kühl bleibt, ist uns das sogar ganz lieb.“ Dann verlangsame sich die Vegetation und Spätfrost in ein paar Wochen könne den Bäumen weniger anhaben.

Auch die Winzer sind noch gelassen. „Der Frost ist für uns zum Glück momentan kein Problem“, sagte Michael Bock vom Fränkischen Weinbauverband. Erst Ende April und Anfang Mai werde Frost für den ersten Austrieb kritisch. Dann werden die Winzer mit Frostkerzen und künstlichem Regen versuchen, ihre Weinreben zu schützen.

Zumindest in den nächsten Tagen und Nächten soll es in Bayern kalt bleiben. „Die maritime Polarluft bleibt uns erhalten“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag. „Wir erwarten noch weitere Schneefälle.“

An den Alpen schneie es auch länger und kräftiger, sagte der Sprecher. Rund 30 Zentimeter Neuschnee seien dort in der Nacht zu Mittwoch möglich. Aber auch in tiefen Lagen könne es glatt werden. „Regenschauer können sich innerhalb weniger Minuten verwandeln und eine richtige Winterlandschaft hinterlassen.“

Am Mittwoch sollen Gewitter aufziehen, warnt der DWD. Im Bergland seien Sturmböen bis zu 85 Kilometer pro Stunde möglich, an den Alpen auch schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern. Der Wind verblase Schnee, der sich an einer geschützten Stelle ablagert, befürchtet der Lawinenwarndienst Bayern. Bei dem Triebschnee könne schon ein einzelner Skifahrer eine Schneebrettlawine auslösen. In den nächsten Tagen werde die Lawinengefahr leicht ansteigen. (dpa/lby)