Kramp-Karrenbauer lehnt Urwahl bei Kanzlerkandidatur ab

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich in der Debatte über eine mögliche Urwahl zur Entscheidung der Kanzlerkandidatur ablehnend geäußert.

„Die Union hat bisher mit guten Gründen immer gesagt, dass sie diesem Weg nicht folgt“, sagte Kramp-Karrenbauer am Dienstag in der RTL/n-tv-Sendung „Frühstart“. Man müsse jetzt die Entscheidung auf dem Deutschlandtag der Jungen Union abwarten und dann möglicherweise auch eine Debatte auf dem Parteitag. „Man wird sehen, wie die Delegierten sich verhalten werden.“

Auch Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring kritisierte die Urwahl-Debatte. „Es wäre schön, wenn wir nicht die gleichen Fehler machen würden wie die SPD“, sagte Mohring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag).

„Statt uns mit Personaldebatten aufzuhalten, sollten wir uns auf Sachpolitik konzentrieren – und auf den Wahlkampf“, sagte Mohring weiter. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt, Mohring ist der Spitzenkandidat seiner Partei.

Angesichts schwacher Umfragewerte für die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wurde in der CDU zuletzt über einen Mitgliederentscheid über die Kanzlerkandidatur diskutiert. Die Werteunion, ein Zusammenschluss sehr konservativer Unionspolitiker, der schon länger eine sogenannte Urwahl fordert, begann im Internet, Unterstützerstimmen dafür zu sammeln.

Die Junge Union (JU) will sich auf ihrem Jahrestreffen am kommenden Wochenende mit dieser Frage befassen. Die „Welt“ berichtete, dass auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz auf dem „Deutschlandtag“ der JU in Saarbrücken sprechen werde. Dies habe JU-Chef Tilman Kuban der Zeitung bestätigt. Merz werde bereits am Freitag zur Jungen Union sprechen – und damit vor der Abstimmung über eine Urwahl, hieß es in dem Bericht. Merz hatte bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden im vergangenen Dezember nur knapp gegen Kramp-Karrenbauer verloren.

Selbst wenn sich der Unions-Nachwuchs bei seinem Treffen für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten aussprechen sollte, wäre für entsprechende Satzungsänderungen bei CDU und CSU jeweils ein Parteitagsbeschluss nötig. (dpa)