Lieferengpässe verlangsamen Arbeit von Bayerns Handwerkern

Lieferengpässe und Nachschubprobleme verlangsamen die Arbeit bayerischer Handwerker: Zum Ende des vergangenen Jahres hatten die Betriebe im Schnitt Aufträge für die nächsten neuneinhalb Wochen in den Büchern stehen. Das war ein neuer Rekord und noch eine Woche mehr als im Vorjahr, wie der Bayerische Handwerkstag am Donnerstag berichtete.

Wegen fehlender Materialien könnten manche Handwerksbetriebe die Nachfrage nicht in dem Tempo bedienen, wie es bei intakten Lieferketten der Fall wäre. Abgesehen davon arbeiten insbesondere die Bauhandwerker weiter an der Kapazitätsgrenze.

Die Geschäftslage vieler Handwerker ist aber nicht so gut, wie es volle Auftragsbücher erwarten ließen. „Die teils enormen Preissteigerungen bei Holz, Metallen oder Kunststoffen sowie die massiv gestiegenen Energiekosten haben viele Betriebe stark belastet“, sagte Franz Xaver Peteranderl, der Präsident des Bayerischen Handwerkstages.

Nach vorläufigen Zahlen setzten die 209 000 Handwerksbetriebe im Freistaat im vergangenen Jahr gut 131,6 Milliarden Euro um. Nominal wäre das laut Handwerkstag ein Plus von 3,2 Prozent – nach Abzug der Preissteigerungen jedoch ein reales Minus von gut einem Prozent.

Für den Jahresauftakt sind viele Handwerker demnach eher pessimistisch. Nur 9 Prozent erwarten bessere Geschäfte, 21 Prozent hingegen schlechtere. Allerdings war der Pessimismus vor einem Jahr noch ausgeprägter. (dpa/lby)