„Loverboy“: Prozess um Zwangsprostitution gegen zwei Brüder

Vor dem Landgericht Düsseldorf müssen sich ab heute zwei Brüder (33 und 25 Jahre) unter anderem wegen Zwangsprostitution verantworten. Der 33-Jährige soll vor drei Jahren eine damals 18-jährige Berufsschülerin mit der „Loverboy“-Masche von Regensburg nach Düsseldorf gelockt und sie gewaltsam zur Prostitution und zum Gruppensex mit Freunden und Bekannten gezwungen haben.

Sein jüngerer Bruder ist als Helfer mitangeklagt. Er soll die junge Frau mehrfach zu Sex-Terminen gefahren und sie auch geschlagen haben. Außerdem wird ihm Drogenbesitz vorgeworfen. Die Brüder wurden im Oktober 2019 festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Ein erster Prozess war wegen krankheitsbedingten Unterbrechungen – darunter auch Corona-Fällen – abgebrochen werden. Nun startet die Verhandlung neu.

Als „Loverboy-Methode“ bezeichnen es Ermittler, wenn Frauen von Männern die große Liebe vorgespielt wird – um sie so in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. In dieser Situation werden die Frauen von ihren vermeintlichen Liebhabern dann auf den Strich geschickt. „Solange die emotionale Abhängigkeit andauert, ist den Opfern meist nicht bewusst, dass eine Straftat der Zwangsprostitution vorliegt“, so das Landeskriminalamt NRW.

Dem 33-Jährigen wird auch noch der Besitz von Kinderpornografie, Erpressung, illegaler Waffenbesitz und versuchter Totschlag vorgeworfen. Laut Anklage hatte er einem Bekannten ein Messer in den Bauch gerammt. Für den Prozess sind bis Ende Februar zunächst noch 27 weitere Verhandlungstage angesetzt. Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen. (dpa/lby)