Mediziner rät zu späterem Schulbeginn

Der strikte Schulbeginn in Deutschland um 8.00 Uhr ist nach Ansicht eines Schlafexperten vor allem für Jugendliche zu früh. „Ich kann mir gut vorstellen, dass viele dann fitter, lernfähiger und insgesamt ausgeglichener sind, wenn sie etwas später in die Schule gehen“, sagte der Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums Nürnberg, Joachim Ficker, der Deutschen Presse-Agentur in München. Er hält einen späteren Schulbeginn – etwa um 9.00 Uhr – für günstiger.

Eine große Rolle spiele beim Wachwerden die Sonne. „Morgens ans Licht zu gehen und aufzustehen, synchronisiert unsere innere Uhr“, erklärte Ficker. „Wenn natürlich die Schule im Winter deutlich vor Sonnenaufgang beginnt, dann sind weder Schüler und Lehrer richtig synchronisiert und sind entsprechend wenig leistungsfähig.“ Der Rat des Mediziners: Sich nachmittags körperlich austoben und weniger Zeit mit dem Handy auf dem Sofa verbringen. Auch der Fußweg in die Schule könne helfen. „Das langt, um unsere innere Uhr zu synchronisieren, um unserem Organismus ein klares Startsignal zu geben: Jetzt ist Morgen, jetzt ist Tag, jetzt geht es los.“ (dpa/lby)