Mordprozess Maria Baumer: Zwillingsschwester als Zeugin

Die Zwillingsschwester von Maria Baumer hat im Prozess um deren gewaltsamen Tod als Zeugin ausgesagt. Vor dem Landgericht Regensburg berichtete sie am Mittwoch über ihr Verhältnis zu ihrer Schwester und zu deren Verlobtem. Der sitzt auf der Anklagebank. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft tötete der 35-Jährige Maria Baumer im Mai 2012 und vergrub sie im Wald. Die Leiche wurde im Herbst 2013 gefunden. Die Schwester des Opfers tritt mit ihren Eltern und weiteren Angehörigen als Nebenklägerin auf.

Die 34-Jährige erzählte von einer sehr engen Bindung zu Maria, sie und ihre Schwester hätten keine Geheimnisse voreinander gehabt. Auch das Verhältnis zum Verlobten ihrer Schwester sei gut gewesen. Er habe zur Familie gehört. Im Mai 2012 habe der Verlobte bei den Eltern Marias angerufen und von ihrem Verschwinden berichtet.

Stunden später habe er gesagt, sie habe sich gemeldet und mitgeteilt, sie sei auf dem Weg nach Hamburg und komme zwei Tage später zurück. Das sei ihr komisch vorgekommen, sagte die Schwester. Sie habe dem Verlobten jedoch geglaubt. Als Maria nicht zurückkehrte, seien sie gemeinsam zur Polizei gegangen und hätten sie als vermisst gemeldet.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der angeklagte Krankenpfleger seine Verlobte mit Medikamenten umbrachte, um frei für eine neue Beziehung zu sein. Zudem habe er mit dem Verschwinden der Frau seinen Studienabbruch rechtfertigen wollen. Bislang schwieg der Angeklagte im Prozess. Sein Anwalt will einen Freispruch erwirken.  (dpa/lby)