Neil Patrick Harris über authentische Rollen

Wer verkörpert eine Rolle am besten? Die Ansichten gehen auseinander, aber Schauspieler Neil Patrick Harris hat eine eindeutige Meinung.

Dem amerikanischen Schauspieler Neil Patrick Harris (47) ist es egal, ob Homosexuelle heterosexuelle Rollen spielen oder andersherum. „Ich würde auf jeden Fall den besten Schauspieler engagieren“, sagte der schwule Künstler („How I Met Your Mother“) der Programmzeitschrift „Radio Times“.

„Ich befasse mich nicht mit Etiketten. Als Schauspieler hofft man, dass man für alle möglichen Rollen infrage kommt.“ In der Sitcom „How I Met Your Mother“ mimte er einen heterosexuellen Schürzenjäger. „Ich habe neun Jahre lang eine Rolle gespielt, die mir überhaupt nicht ähnlich war“, sagte Harris.

Der 47-Jährige betonte, er werde sicherlich weiterhin heterosexuelle Rollen übernehmen. Heutzutage könne kein Regisseur verlangen, dass ein Schauspieler homo- oder heterosexuell ist, sagte er und fügte rhetorisch hinzu: „Wer soll feststellen, wie schwul jemand ist?“

Harris ist derzeit in der britischen Miniserie „It’s a Sin“ über eine Gruppe schwuler Männer zu Beginn der Aids-Krise in den 80er Jahren in London zu sehen. Alle Hauptdarsteller werden von schwulen Schauspielern verkörpert.

Autor Russell T. Davies, ebenfalls schwul, hatte kürzlich gesagt, dass er homosexuelle Rollen nur mit Homosexuellen besetze. Es gehe um Authentizität. „Man würde nicht einen Nichtbehinderten in einen Rollstuhl setzen, man würde niemanden schwarz anmalen“, hatte er gesagt. Harris nahm Davies in Schutz, dieser sei nicht militant. „Er sprach eher über die Freude, authentisch sein zu können“, sagte der Schauspieler. (dpa/lby)