Neue Bedingungen für das „Lernen zu Hause“

Die geplante weitere schrittweise Öffnung der Schulen für Präsenzunterricht erfordert auch eine neue Justierung des ohnehin umstrittenen „Lernen zu Hause“ für Bayerns Schüler. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will heute in München die Rahmenbedingungen für das weitere Vorgehen vorstellen. Im Kern geht es dabei um den wöchentlichen Wechsel zwischen Präsenzunterricht in den Schulen und dem Lernen in den eigenen vier Wänden. Bis Mitte Juni sollen – sofern das Infektionsgeschehen es zulässt – alle Schüler wieder zeitweise in die Schulen zurückkehren.

In den Schulen werden dafür die Sitzordnungen in den Klassen geändert, Tische werden auseinandergerückt und Klassen aufgeteilt. Höchstens 15 Kinder sollen pro Gruppe gleichzeitig im Raum sein. Eine Maskenpflicht gibt es im Unterricht nicht, wohl aber auf den Fluren und auf dem Schulhof.

Das „Lernen zu Hause“ ist für die meisten Eltern und Schüler in Bayern seit Wochen Alltag, stellt die Betroffenen aber vor große Herausforderungen. Piazolo hatte immer wieder betont, Eltern seien keine Ersatzlehrer. Gleichwohl erleben diese in der Praxis ebenso wie ihre Kinder sehr wohl einen hohen Druck, da es längst nicht nur um die Wiederholung bereits behandelter Inhalte geht. Die Anforderungen dürften mit der teilweisen Rückkehr zum Präsenzunterricht weiter steigen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Schüler sehr große Wissensunterschiede mit in die Schule bringen. (dpa/lby)