Polizei übt Terroreinsatz am Nürnberger Bahnhof

Mit einer Großübung hat die Polizei am Dienstagabend am Nürnberger Hauptbahnhof die Abwehr eines Terrorangriffes geübt. An der Übung, die bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs andauern sollte, waren den Angaben der Polizei zufolge rund 1000 Menschen beteiligt. Trainiert wurde eine Einsatzlage, bei der mehrere Angreifer mit Schusswaffen in den Bahnhof eindrangen und Passanten mit Schüssen verletzten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte, die Gefahr terroristischer Anschläge lauere täglich. Deswegen müsse sich die Polizei adäquat auf entsprechende Lagen vorbereiten. „Es ist eine starke Sicherheitsallianz, um die es hier geht“, sagte Herrmann. Polizei, Bahn und Rettungskräfte übten Hand in Hand.

Die Verkehrsinfrastruktur sei ein potenzielles Anschlagsziel. „Mehr denn je gefährdete heute der Extremismus unterschiedlicher Couleur den Zusammenhalt und die innere Sicherheit in unserem Land“, sagte der Innenminister. Er nannte den Anschlag auf eine Synagoge in Halle in der vergangenen Woche als Beispiel. Die Übung in Nürnberg war jedoch bereits lange vor den Vorfällen in Halle geplant worden. Es ist nach Polizeiangaben die elfte Großübung in Deutschland, bei der Polizeien von Bund und Ländern gemeinsam trainieren.

Für die Großübung musste der Hauptbahnhof Nürnberg weiträumig abgeriegelt werden. Züge verkehrten am Abend und während der Nacht nur eingeschränkt. Die Gegend um den Bahnhof war abgeriegelt, auch der Straßenverkehr wurde stellenweise behindert. (dpa)