Regensburg verlängert mit Coach Selimbegovic

Der SSV Jahn Regensburg liefert sich mit Tabellenführer Kiel ein kurzweiliges Zweitliga-Spiel, am Ende aber siegt der Spitzenreiter. Trainer Mersad Selimbegovic hadert wegen unnötiger Fehler. Er und der Club freuen sich aber über eine wegweisende Personalentscheidung.

Der SSV Jahn Regensburg hat einen Tag nach der Niederlage gegen Spitzenreiter Holstein Kiel den Vertrag mit Trainer Mersad Selimbegovic verlängert. Wie der Fußball-Zweitligist aus der Oberpfalz am Sonntag mitteilte, soll der Coach „mindestens“ bis zum 30. Juni 2023 bleiben. „Ich habe hier schon so viel erlebt, sowohl Höhen als auch Tiefen. Diese Erlebnisse haben den Verein und mich zusammengeschweißt und ich habe etwas ganz Wichtiges gelernt: Wir haben vielleicht nicht immer alles oder müssen schwierige Phase bewältigen“, sagte der 38-jährige Selimbegovic, „doch mit Zusammenhalt haben wir alles, was wir brauchen, um unsere Ziele zu erreichen.“

Seit 2006 ist Selimbegovic in verschiedenen Positionen im Verein tätig, wurde zur Saison 2019/20 als Nachfolger von Achim Beierlorzer zum Cheftrainer befördert. „Mersad steht für unsere Herkunft, verkörpert unsere Werte und hat unsere Spielidee mitentwickelt. Hinzu kommen seine exzellenten fachlichen, methodischen und allen voran auch menschlichen Fähigkeiten. Oder ganz kurz gesprochen: Mersad symbolisiert ‘Jahn sein‘ in Idealform“, hob Geschäftsführer Christian Keller hervor. „Er ist für den SSV Jahn daher eine Optimallösung auf der Chef-Trainerposition.“

Gerne hätten die Regensburger diese Kunde nach einem Sieg überbracht, doch gegen Kiel reichte es beim 2:3 (1:2) nicht. Jae-Sung Lee (32./37. Minute) und Fin Bartels (66.) sorgten für die Gäste-Treffer. Jeweils war es eine Co-Produktion der zwei Profis. „Spieler wie Fin Bartels machen mal den Unterschied aus“, sagte der Regensburger Abwehrspieler Benedikt Saller über den besten Mann auf dem Platz.

Regensburg hielt über weite Strecken aber gut mit. Albion Vrenezi erzielte mit einem Distanzschuss nach einem Ballverlust von Jonas Meffert das 1:0 (17.). Kaan Caliskaner hätte bei einem Schuss an den Außenpfosten beinahe das 2:0 nachgelegt (20.). Dann drehte Kiel auf, erst in der Nachspielzeit konnte Jan-Niklas Beste zum 2:3 verkürzen.

Selimbegovic haderte vor allem mit dem 1:2-Pausenrückstand. „Wir wussten in der Halbzeit auch nicht, warum wir hinten liegen, aber es war auch nicht ganz unverdient“, sagte der Jahn-Coach mit Blick auf eine kurze Schwächephase seiner Elf. Nach dem 1:3 sei man dann „All in“ gegangen. „Wir haben es geschafft, dem Spiel noch mal Spannung zu geben“, sagte der Bosnier.

„Es ist halt im Fußball so. Ohne Fehler passieren keine Tore und dann wäre Fußball nicht das, was er ist. Wir hoffen, dass wir nicht oft diese Fehler machen, sondern andere Fehler provozieren“, sagte Selimbegovic. Sein Team ist im Tabellenmittelfeld platziert.

Passend zu einer erhofften Reaktion seiner Mannschaft stellte Selimbegovic eine Prognose an, nachdem er während der Pressekonferenz kurzzeitig im Dunkeln gesessen hatte. „Das Licht geht bei uns schnell wieder an“, sagte der 38-Jährige lächelnd. Am Dienstag geht es weiter beim 1. FC Heidenheim – mit einem Trainer, der noch länger mit dem Team arbeiten kann. (dpa/lby)