Republikanerin Liz Cheney warnt eindringlich vor Trump

Liz Cheney findet immer wieder deutliche Worte, wenn es um Donald Trump geht. Nun hat sie ein Buch geschrieben – und warnt energisch vor dem ehemaligen US-Präsidenten. Auch Parteikollegen kommen nicht gut weg.

Die US-Republikanerin Liz Cheney hat erneut mit deutlichen Worten vor Ex-Präsident Donald Trump gewarnt und ihre Parteikollegen scharf kritisiert. „Als Nation können wir eine schädliche Politik für eine vierjährige Amtszeit ertragen“, schreibt Cheney in ihrem neuen Buch „Oath and Honor“ (dt.: „Eid und Ehre“), aus dem der Sender CNN vorab zitierte.

„Aber wir können keinen Präsidenten überleben, der bereit ist, unsere Verfassung außer Kraft zu setzen.“ Die ehemalige Kongressabgeordnete mahnt in dem Buch, das Anfang Dezember erscheinen soll: „Die Annahme, dass unsere Institutionen sich selbst schützen werden, ist reines Wunschdenken von Leuten, die lieber wegschauen.“

Cheney unterstützte Trump vor Kapitol-Attacke

Die erzkonservative Politikerin gilt als lauteste Trump-Kritikerin unter den Republikanern. Dafür hat sie einen hohen Preis gezahlt. Sie verlor ihre Führungsrolle innerhalb der Partei und schließlich auch ihren Sitz im Repräsentantenhaus. Im Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol nahm sie eine führende Rolle ein und warnte immer wieder davor, dass von Trump eine Gefahr für die Demokratie ausgehe. Doch Cheney wendete sich erst nach der Kapitol-Attacke offen gegen Trump. Zuvor unterstützte sie seine Politik weitgehend.

In ihrem neuen Buch teilt die 57-Jährige auch gegen ihre Partei aus: „Wir haben inzwischen auch gelernt, dass die meisten Republikaner im Kongress das tun werden, was Donald Trump verlangt, egal was es ist.“ Die USA könnten nicht mehr auf die gewählten Republikaner zählen, das Land zu schützen. Cheney zeigt sich offen für eine Kandidatur als unabhängige Kandidatin bei der Präsidentenwahl 2024, sollte Trump der Kandidat ihrer Partei werden. Allerdings werden der Tochter des ehemaligen US-Vize Dick Cheney keine Chancen eingeräumt. (dpa)