Russischer Kampfjet stürzt über Wohnviertel ab

Eine Explosion erschüttert ein achtstöckiges Wohnhaus im russischen Jejsk, dann sind kleinere Detonationen zu hören. Mindestens 13 Menschen sterben, 19 weitere werden verletzt. Was ist geschehen?

Nach dem Absturz eines russischen Kampfflugzeugs in einem Wohngebiet in Jejsk im Süden Russlands ist die Zahl der Toten auf 13 gestiegen. Unter ihnen seien auch drei Kinder, teilten die russischen Behörden mit.

Gestern Abend war nach dem Absturz des Kampfjets vom Typ Su-34, der auch im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wird, von sechs Toten die Rede gewesen. Die Leichen hätten Einsatzkräfte des Zivilschutzes nach Beseitigung der Trümmer geborgen, teilte das Gesundheitsministerium in Moskau mit. 19 Menschen seien verletzt worden. Vier Verletzte seien ins Regionalkrankenhaus von Krasnodar gebracht worden, die anderen würden in Jejsk im Krankenhaus versorgt. Die Verletzten erhielten neben medizinischer auch psychologische Hilfe, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko, der selbst in dem Ort am Asowschen Meer war.

Der Kampfbomber fiel kurz nach dem Start direkt neben ein achtstöckiges Wohnhaus, das zum Teil in Brand gesetzt wurde. Den Behörden zufolge wurden 72 Wohnungen beschädigt.

Piloten retten sich mit Fallschirmen

Auch das Verteidigungsministerium in Moskau informierte über den Absturz. Beim Start von einem nahen Fliegerhorst habe eines von zwei Triebwerken Feuer gefangen, hieß es. Die zwei Männer aus dem Cockpit hätten sich mit Fallschirmen gerettet. Die Maschine war demnach auf einem Übungsflug gewesen. Auch Präsident Wladimir Putin wurde nach Kremlangaben über den Absturz unterrichtet.

Videos aus der Stadt zeigten eine große Explosion dicht an dem Hochhaus. Dann waren kleinere Detonationen zu hören. Ein Teil des Gebäudes fing bis zum Dach hinauf Feuer. Nach offiziellen Angaben gelang es 400 Rettungskräften bis zum Abend, den Brand zu löschen. In einer in der Nähe gelegenen Schule sei niemand verletzt worden, hieß es.

Übungsflüge werden in der Regel ohne Munition absolviert. Allerdings deutete die Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“ die Stärke der Explosionen so, dass die Maschine bewaffnet gewesen sei. Die Hafenstadt Jejsk liegt so dicht an der Ukraine, dass von dort Luftangriffe gestartet werden können. Der Suchoi-Jet sei nicht abgeschossen worden, sondern habe einen Defekt gehabt, sagte ein geretteter Pilot dem Zeitungsbericht zufolge. (dpa)