Sachverständiger sagt in Berufungsprozess um Luchs-Wilderei aus

Im Berufungsprozess um die illegale Tötung eines Luchses in der Oberpfalz hat am Mittwoch vor dem Landgericht Regensburg ein Biologe ausgesagt. Der Mann arbeitet als Luchs-Forscher im Nationalpark Bayerischer Wald und berichtete, mit welchen Methoden die Tiere gefangen werden könnten. Ein wegen Wilderei zu einer Geldstrafe verurteilter Jäger will in dem Prozess einen Freispruch erwirken.

Der 54-Jährige hatte gegen das Urteil des Amtsgerichts Cham vom vergangenen Herbst Rechtsmittel eingelegt. Richter und Staatsanwaltschaft in Cham waren im September 2019 zu der Überzeugung gekommen, dass der Jäger 2014 einen Luchs mit einer Lebendfalle gefangen und dann erschossen hat. Der Mann gab an, sein inzwischen gestorbener Vater habe die Falle zum Fangen von Füchsen aufgestellt.

Die Aussage des Sachverständigen sollte bei der Klärung der Frage helfen, ob eine Falle der Art, wie sie der Jäger verwendet haben soll, geeignet sei, einen Luchs zu fangen. Das sei durchaus möglich, sagte der Mann. Die Tiere ließen sich durch Tierfleisch oder Luchs-Urin anlocken. Im Nationalpark seien in den vergangenen Jahren mehrfach Luchse zu Forschungszwecken mit Lebendfallen gefangen worden – jedoch nicht mit Fallen aus Stahl, sondern aus Holz. (dpa/lby)