Schadstoffe aus der Luft: „Alpen sind unser Frühwarnsystem“

Schwer abbaubare Chemikalien finden sich auch in entlegenen Gebieten und in der vermeintlich reinen Luft alpiner Höhen. Sie entweichen aus Alltagsprodukten, bei industriellen Prozessen, Verbrennung oder Schädlingsbekämpfung und werden mit Luftströmungen weltweit verbreitet. Allerdings zeigten Verbote Wirkung, wie Messreihen deutscher und österreichischer Forscher zeigen. Unter anderem bei Pestiziden wie DDT gebe es einen Rückgang, erläuterten die Wissenschaftler am Mittwoch in München bei der Vorstellung 15-jähriger Messungen an der Zugspitze und in den Hohen Tauern. „Die Alpen sind unser Frühwarnsystem für globale Schadstoffe“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Das Projekt PureAlps untersuchte unter anderem auch Dioxine und halogenierte Flammschutzmittel. Die Daten zeigten frühzeitig, bei welchen Stoffen Handlungsbedarf bestehe, sagte Glauber. Nicht zuletzt, weil die Stoffe weltweit verbreitet werden und sich durch Kondensation besonders in kalten Regionen niederschlagen, hätten die Daten globale Bedeutung.

Wissenschaftler hatten seit 2005 an der auf rund 2650 Meter gelegenen Umweltforschungsstation Schneefernerhaus und am 3106 Meter hohen Sonnblick Observatorium in Österreich mehr als hundert schwer abbaubare Schadstoffe untersucht. (dpa/lby)