Messerangreifer von Hof räumt in Sicherungsverfahren Angriff ein

Ein 44-Jähriger Mann hat beim Auftakt des Sicherungsverfahrens gegen ihn den Messerangriff auf einen polnischen Busfahrer im Juli in Hof eingeräumt. „Es tut mir leid. Ich wollte Ihren Vater nicht töten. Es war ein Unfall“, sagte er am Freitag am Landgericht Hof in Richtung des anwesenden Sohns des 63-Jährigen. Der Mann war durch die Messerstiche ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angreifer zur Tatzeit schuldunfähig war.

Er leidet demnach seit Jahren an einer paranoiden-halluzinatorischen Schizophrenie. Er gerate regelmäßig in einen stark angespannten Zustand. Dann bedürfe es keines besonderen Anlasses, dass er Gewalt oder auch Waffen einsetze. Ohne Behandlung stelle er eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Am Ende des Sicherungsverfahrens könnte die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik stehen.

Der Mann aus Reichenbach im sächsischen Vogtland äußerte sich am Freitag ausführlich und bestätigte in weiten Teilen die Darstellung der Staatsanwaltschaft. Er sei in Bayreuth auf erfolgloser Arbeitssuche gewesen, wollte zurück nach Sachsen, verpasste aber spätabends in Hof den Zug. Eigenen Angaben zufolge legte er sich am Busbahnhof zum Schlafen hin und geriet wegen Lärms in Streit mit einer polnischen Reisegruppe, die dort Pause machte. Laut der Anklage soll er erst einen Fahrgast geschlagen und dann den Busfahrer, der dazwischen ging, mit Messerstichen in den Hals tödlich verletzt haben. Bereits etwa einen Monat zuvor hatte der Mann in Reichenbach einen Nachbarn mit einem Messer schwer verletzt. (dpa/lby)