SSV Jahn Regensburg zittert sich zur Tabellenführung

Sichtlich erleichtert standen die Spieler vom SSV Jahn Regensburg nach einem dramatischen Fußball-Abend Arm in Arm vor ihrer Fankurve und sangen die Vereinshymne. Während die Oberpfälzer nach rund einer Viertelstunde Spielzeit gegen den FC Erzgebirge Aue noch an ein Schützenfest geglaubt hatten, stand letztendlich am Freitagabend in der 2. Bundesliga ein 3:2 (2:0)-Zittersieg über das Tabellenschlusslicht, das unter Interimstrainer Marc Hensel nun noch tiefer in die Krise rutscht. «Es war gut, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat. Am Ende haben wir etwas Glück gehabt», resümierte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic.

Jan-Niklas Beste (7.), Max Besuschkow (11.) und Andreas Albers (90.) trafen für den Jahn, auf der Gegenseite waren Nicolas Kühn (52.) und Gaetan Bussmann (87.) erfolgreich. Mit nun 17 Punkten überholte der Jahn den SC Paderborn, der erst an diesem Samstag Holstein Kiel empfängt, zumindest für eine Nacht.

Vor 8127 Zuschauern starteten die Hausherren furios – bereits nach 20 Minuten hätte es locker 4:0 stehen können. Letztendlich trafen gegen komplett verunsicherte Gäste zunächst nur Beste und Besuschkow, und der Jahn verpasste die frühe Vorentscheidung. «Nach der ersten Halbzeit müssen wir deutlich höher in die Kabine gehen», stellte auch Selimbegovic fest.

Stattdessen erzielten die Sachsen durch den eingewechselten Kühn, der den Ball unfreiwillig von Ben Zolinski vorgelegt bekommen hatte, den Anschlusstreffer. Der Jahn schien vom Gegentor beeindruckt, das Spiel kippte und Aue kam durch Bussmann zum verdienten Ausgleich. «Nach dem Gegentor geht das Kopfkino los. Das war eines der spektakulärsten Spiele, die ich hier erlebt habe», sagte Selimbegovic und übte auch Kritik an seinem Team: «Wir haben uns nicht clever verhalten, wir waren nicht reif genug, um so ein Spiel zu Ende zu spielen.»

Doch am Ende war auf Stürmer Albers, der in einer dramatischen Schlussphase den viel umjubelten Siegtreffer erzielte, Verlass. «Jetzt bin ich auch dabei», sagte der Angreifer nach seinem ersten Saison-Treffer, «lieber zum 3:2 als zu einem 4:0.» (dpa/lby)