Star-Magier Siegfried Fischbacher mit 81 gestorben

Erst im Mai starb sein langjähriger Partner Roy Horn – nun ist auch Siegfried Fischbacher gestorben. Seine Schwester erzählt von ihrem letzten Gespräch mit dem Magier.

Der „Siegfried & Roy“-Magier Siegfried Fischbacher ist tot. Der gebürtige Rosenheimer starb im Alter von 81 Jahren, wie seine Schwester der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Demnach starb Fischbacher an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. „Siegfried & Roy“ waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt.

„Er war zu Hause in Las Vegas“, sagte Fischbachers Schwester der dpa. Sie habe ihn noch angerufen. „Ich konnte mit ihm noch beten und ihm sagen, dass ich mit meinen Herzensgedanken immer bei ihm bin.“ Nach dem Gespräch habe er sich hingelegt und sei dann eingeschlafen.

„Im Himmel dürfen sie sich jetzt auf die größte Show aller Zeiten freuen!“, wurde Schauspieler und Regisseur Michael Bully Herbig in einer Mitteilung zitiert. Er arbeitet für die UFA derzeit an einem Film über das Leben von „Siegfried & Roy“. Produzent und UFA-Chef Nico Hofmann sagte: „Siegfrieds Tod macht unendlich traurig. Vor über vier Jahren haben wir unser gemeinsames Filmprojekt begonnen; jetzt liegt es an uns, dem großartigen Lebenswerk von Siegfried und Roy gerecht zu werden – und wir wollen ein Denkmal setzen – „let it be magic, that‘s bigger than life…“ würden die beiden sagen.“

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) würdigte Fischbacher als heimatverbundenen Menschen mit Bodenhaftung. „Auch in der Glitzerwelt des internationalen Show-Business, wo Siegfried ja wirklich ein ganz Großer war, hat er seine Rosenheimer Wurzeln nie verleugnet, sondern – ganz im Gegenteil – stets gepflegt“, sagte März am Donnerstag.

Erst im vergangenen Mai war Fischbachers Partner Roy Horn an den Folgen von Covid-19 gestorben.

Der am 13. Juni 1939 in Rosenheim geborene Fischbacher hatte schon als Junge Zaubertricks gelernt. Später unterhielt er Passagiere auf der „TS Bremen“ mit magischen Tricks. Dort traf er auf den Tierliebhaber Roy Horn, der exotische Tiere auf die Bühne brachte. Nach einer Galavorstellung beim Fürstenpaar Rainier und Gracia Patricia 1966 in Monaco wurde das Duo international berühmt.

1967 kamen die beiden nach Angaben ihres Deutschland-Managements erstmals nach Las Vegas, zunächst traten sie im Stardust-Casino auf, dann im Mirage-Hotel. 1988 handelten sie den bis dahin größten Millionen-Deal in der Geschichte der Casinostadt aus.

Die Karriere des Duos endete im Oktober 2003 als ein Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte. Von dem schwerem Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation nach dem Unfall konnte sich Horn nie mehr vollständig erholen.

„Siegfried war ein unglaublich guter Mensch. 17 Jahre lang kümmerte er sich Tag und Nacht um seinen im Mai verstorbenen Partner und hielt ihm die Hand bis zu seinem Tod“, erinnerte sich Prinz Frederic von Anhalt. „Jetzt weint die ganze Welt um Siegfried. Und ich auch.“

Seine Schwester erzählte nun, Fischbacher habe sich noch gewünscht, dass sie über Weihnachten zu ihm in die USA komme. „Aber mit der Pandemie ist nichts durchführbar gewesen.“ Über eine Bestattung oder Trauerfeier habe sie noch nichts in Erfahrung gebracht. „Er wird drüben auch so wie Roy wahrscheinlich beigesetzt. Alles im Kleinen – so stelle ich mir das vor.“ (dpa)